Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

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Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Brigitte Rondholz am Donnerstag 22. April 2010, 20:34



Mich erreichte eine kritische Wortmeldung heute zu meinem gestrigen Blogeintrag:
„Ohne Moos nix los!“

Besten Dank auch dafür!
Ich liiiebe Kritik, denn nur durch sie kann ich lernen und besser werden.

Bin ich tatsächlich so abgehoben von der bundesdeutschen Realität?

Der Leser schrieb mir


Hallo, Brigitte,

bin heute durch Zufall über deinen Blog gestolpert.

Deine Reaktion dort auf den Hinweis eines deiner Leser, dass er/sie sich eine solche Ernährung nicht leisten kann, finde ich nicht gerade nett. Er/sie hat nicht geschrieben, dass ihm/ihr das zu teuer ist, sondern dass /er/sie sich das nicht leisten kann.

Und dann fängst du an aufzurechnen, daß man auch mit eingeschränktem Budget sich gut rohköstlich ernähren können. Im Endergebnis kommst du auf 10 Euro pro Tag, macht 300 Euro im Monat pro Person. 300 Euro sind für dich also ein eingeschränktes Budget??? Ich gratuliere dir zu deinem guten Einkommen. Von solchen Möglichkeiten träumen viele Singles und Familien nur. Macht bei 2 Großen und 2 Kleinen im Haushalt (die kleinen rechne ich zur Hälfte) also 900 Euro im Monat für Ernährung. Welche Familie hat schon solche finanziellen Möglichkeiten? Und ich rede gar nicht erst von Hartz IV-Empfängern.

Ich bekomme Geld auf Hartz IV-Niveau. Ich (53) bin von Kindesbeinen an vegetarisch erzogen worden, ernähre mich seit einem Jahr aber rohköstlich mit gelegentlichen Ausflügen ins vegane Reich. Ich kalkuliere für mich monatlich 100 Euro für Ernährung und komme damit auch hin. Also 3,30 Euro am Tag. Jackfrüchte, Avocados, Durian, Macadamia sind dabei nicht drin. Bio leider auch nicht mehr. Da müssen halt Mohrrüben, Äpfel (sofern im Sonderangebot), Ingwer, Kohl und Erfindungsgeist ran. Aber es geht und ich habe keinen Mangel. Und ich bin nicht neidisch auf Menschen, die mehr haben; ich freue mich für sie. Für mich werden auch schon wieder bessere Zeiten kommen.

Versteh mich nicht falsch. Ich kritisiere dich nicht, ich wollte dir nur ein bißchen die Augen öffnen wegen des "eingeschränkten Budgets".

Gruß

B.




Ui ui ui ... 100 Euro für Ernährung im Monat?
Da läuft doch so einiges schief hier in diesem Lande, oder? :o

Ich sag es ganz ehrlich: Das erschreckt mich. Damit kann man sich doch höchstens mit Aldi-Ramsch ernähren, aber nicht mit hochqualitativer Frischkost, oder?

Gut - ich war noch nie wirklich arm, aber mit 100 Euro wäre ich auch nicht zu Kochkostzeiten hingekommen.

Ich bin im Moment überfragt, was in solch einem Fall zu tun wäre?

Habt Ihr gute Ideen?

Ich bin gespannt auf Eure Antworten - gut's Nächtle erst einmal
Beste Grüße - Deine Brigitte
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Bananine am Donnerstag 22. April 2010, 21:12

Hallo zusammen!
Also wenn man ein wenig abwechslungsreich rohköstlich und günstig durch den Tag kommen will: Am Morgen vielleicht ein Smoothie (machen wir gerade sehr oft, weil uns morgens die Wildis einfach noch nicht so gut schmecken) mit ganz viel Wildgrün, Kiwi (bio 0,30 Euro) und Banane (bio 0,30 Euro). Mittags eine Riesenportion Wildis (man gönnt sich ja sonst nichts ;) ), Avo (bio zur Zeit 0,99 Euro) und vielleicht noch Möhre (bio das Kilo 1 Euro, reicht für sicher eine Woche, oder?). Zwischendrin ein paar Erdnüsse (angeblich roh, gibt es im Asialaden, sehr günstig: 300g 1,30 Euro "geknackt" aber mit "Häutchen"). Am Abend vielleicht noch mal ein geniales Apfelmus aus Äpfel (0,80 Euro) und Banane mit ein wenig frisch gepreßter Zitrone (bio, kriegt man schon für 0,20 Euro, wenn man ein Netz erwischt, wo 5 Stück drinne sind). Jetzt komme ich auf 3,25 Euro, ist doch super, oder?
Ich experimentiere nämlich selber gerade ein wenig mit "günstigen" und leckeren "selbstgebastelten" Süßigkeiten. Ich nehme das oben beschriebene Apfelmus und trockne dieses (mit Ausstecher mache ich noch nette Muster hinein). Für die Kinder ist es echt toll. So eine Art "Gummibärchenersatz"!
Außerdem bin ich mittlerweile der Meinung: Was brauche ich das ganze Gemüsezeugs? Ich habe doch meine Wildis. Mich machen diese ganzen Sachen auch echt gar nicht mehr an. Ich esse bestenfalls mal wiederwillig eine Biogurke zuende, weil die Kids sie nicht aufgegessen haben.
Mit Obst ist es natürlich was anderes. Aber gerade im Sommer sollte das ja auch nicht so ein Problem sein. Bei uns hier in Süddeutschland gibt es noch oft so kleine Hütten, wo man selber sein Obst nehmen und zahlen kann. Biostände sind auch dabei. Dort kosten die Bioerdbeeren z.B. gleich viel wie konventionelle im Supermarkt. Man muß sich halt auch einfach immer wieder umschauen und neu orientieren. Biogurken sind z.B. im Penny gnadenlos günstig.
Liebe Grüße
Sabine
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Bananine am Freitag 23. April 2010, 08:36

Hallo Chaja!
Nee - sorry - das ganze sollte nur ein Beispiel sein, wie ich es machen würde, wenn ich nicht so viel Geld zur Verfügung hätte. Meine family ißt wahnsinnig gerne und auch echt viel (wobei wir alle "schlank" sind). Wir "leisten" uns schon diverse Sachen. Außerdem "koche" ich ja noch für meine Familie, da muß dann halt schon immer so einiges im Haus sein. O.k., ich bin ehrlich: Wir benötigen 1200 bis 1300 Euro pro Monat, nur für´s Essen, trotz "Pennygurken". Wie gesagt, meine Kinder essen echt viel, da müßte ich eher das doppelte an Haushaltsgeld ansetzen als die hälfte!
Aber ich ernähre mich wirklich (gerade im Sommer) fast hauptsächlich von Wildkräutern.
Schönen sonnigen Tag noch
Sabine
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Topinambur am Freitag 23. April 2010, 09:49

Das Geldthema war auch lange Zeit in meinem Kopf - und am Anfang meiner Rohkostzeit habe ich Unsummen für mein Futter ausgegeben.
Wenn man dann aber einen gewissen Trott für sich gefunden hat, kan man ganz wunderbar mit sehr wenig Geld leben - im Sommer beispw. brauche ich nur Geld für mein Fläschchen Wasser (ja - ich bin [noch] ein Säuer) - sonst nix. Wildgrün gibt es in Hülle und Fülle und liebe Freunde und Nachbar versorgen mich mit Obst/Gemüse aus ihren Gärten oder wiederum von deren Bekannten. Bei Ausflügen finden sich immer einsame Kirsch-, Pfirsich, Apfel-, Mirabellenbäume etc.

Wenn in der heimischen Natur noch nicht viel wächst, kaufe ich meine Sachen auf dem Markt ein. "Überreife" (also überhaupt erst essbare) Ware bekommt man zum Schleuderpreis oder geschenkt, andere Sachen kann man in Großgebinden kaufen usw. Diese Woche z.B. eine Kiste herrlicher, indischer Mangos (20 Stk.) für 10 EUR usw. (Habe auch schon große Kisten mit Mangostane f. 4 EUR pro Kiste bekommen.)

Mit Kochkostkind (kostet am meisten) brauche ich maximal 200 EUR im Monat und die Schränke sind immer randvoll.
Also: Wo ein Wille ist, ist auch ein Waldhimbeerstrauch :mrgreen:

Gruß
Topi
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Brigitte Rondholz am Freitag 23. April 2010, 14:07

Bananine hat geschrieben: O.k., ich bin ehrlich: Wir benötigen 1200 bis 1300 Euro pro Monat, nur für´s Essen, trotz "Pennygurken".


Ihr Lieben,
danke schon mal für eure Gedanken dazu ... ganz kurz nur, weil ich wenig Zeit habe ...

Deine Ausgaben sind realistisch, würde ich sagen, natürlich kann man viel Geld sparen, wenn man Früchte etc. sammeln geht, aber nicht jeder hat diese Zeit (außer zum Sammeln von Wildis, soviel Zeit MUSS sein!)

Laut statistischem Bundesamt standen 2006 einem Privathaushalt in unserem Land durchschnittlich 33.700 Euro netto zur Verfügung.

Das wären durchschnittlich ungefähr 2.800 Euronen im Monat.
(Vielleicht gibt es neuere Zahlen? Habe aus Zeitmangel den erstbesten Link genommen.)

Davon sollte sich jeder eine anständige und menschenartgerechte Frischkost leisten können.

Man sollte dann lieber Einsparungen beim Auto, Energieverbrauch, Urlaub etc. vornehmen.

Natürlich ist das nur eine Statistik.
Ich weiß, dass viele darunter liegen. Dennoch zeigen Topis Beispiele, dass man mit Phantasie und Durchsetzungsvermögen so einiges erreichen kann.





Aber ich ernähre mich wirklich (gerade im Sommer) fast hauptsächlich von Wildkräutern.



ECHT? :lol: Das ist aber nur *gefühlt* so, oder?

Die Durian, Oliven, Kirschen und Erdbeeren so ganz nebenbei zählen ja nicht, gell? ;)
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Bananine am Freitag 23. April 2010, 15:03

Hallo Brigitte!
Schön, daß ich Dich zum Lachen bringen konnte :D , aber ganz ehrlich, am Mittag und am Abend esse ich ausschließlich Wildkräutersalate, am Morgen Smoothie mit Wildis und o.k., zwischendrin "gönne" ich mir dann schon mal ein Stück Durian. So ist es doch am einfachsten, außerdem fühle ich mich so am wohlsten. Ich renne wie ein "Ping-pong-Ball" durch die Gegend....!
Liebe Grüße
Sabine
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Mirko am Freitag 23. April 2010, 16:38

Ich möchte doch auch mal was dazu schreiben.

1300 Euro im Monat trotz Pennygurken finde ich viel. Abgesehen, dass ich niemals Pennygurken kaufen würde, weil ich es ziemlich zwiegespalten finde, zwar der Tiere zuliebe keine Tierprodukte zu verwenden, aber überhaupt nicht an die Erzeuger und Lieferanten zu denken, die bei Discountern ausgebeutet werden genau wie die Natur durch konventionellen Anbau. Dann lieber beim Bauernladen des Vertrauens.

Bananines Kostenveranschlagung hingegen finde ich bei allem Respekt fast lächerlich, ich kann mir niemanden vorstellen, bei dem das zum Leben reicht.
Ich bin Student und schaue auch, dass ich so günstig wie möglich lebe. Im Sommer esse ich natürlich massig Wildkräuter und gehe viel sammeln, Pfirsiche, Mirabellen, Kirschen usw. und dann im Herbst Nüsse, Äpfel usw. Daher gebe ich im Winter mehr Geld aus.
Ich bin 1,85 groß und mache viel Sport, leiste viel anstrengende geistige Arbeit und ich habe einfach viel Hunger! Ich esse jeden Tag mindestens einen Henkel Bananen, dazu Äpfel, anderes Obst und Wildes und gerne Trockenfrüchte, abends Nüsse, Oliven etc. und das kostet eben bei akzeptabler Qualität.
Ab und zu gönne ich mir auch was an Obst vom Tropenversender, was ich mir dann gut einteile.
So brauche ich pro Woche im Winter so 80 Euro, im Sommer in guten Wochen 60, WENN ich Selbstgesammeltes habe.
Ich werde von den meist überzüchtet süßen Steinfrüchten eben nicht satt (daher die Bananen).

Ich habe auch schonmal versucht, mit 50 die Woche auszukommen, das war echt zach und ich hatte wirklich nur Hunger.

Ich kann von meiner kleinen Nichte übrigens bestätigen, dass die auch einiges wegschreddert für so jemand kleines.
Mirko
 
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Mirko am Freitag 23. April 2010, 16:50

Ach ja, falls jetzt jemand denkt, ich hätte vielleicht einen Haufen Bandwürmer und solches: hab ich nicht!Ich habe nämlich gemeinam mit meiner Freundin eine pflanzliche Parasitenkur durchgeführt (lässt sich prima mit der Urkost verbinden).

Meine Freundin isst in der Tat etwas weniger als ich (habe ich vergessen im vorigen Beitrag).
Mirko
 
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Bananine am Freitag 23. April 2010, 20:07

Hallo Mirko!
Vielleicht solltest Du Dir das Thema noch mal genauer anschauen: Es geht um ein "günstiges" Urkostleben, o.k.? Ich habe da ein "Beispiel" gebracht. So eine Art "Hilfestellung" für nicht so "betuchte" Leute. Und wenn ich supersatt werde von meinen Wildpflanzenmahlzeiten, dann ist das bei mir so. "Könnte" bei anderen doch auch so sein. Muß ja nicht für alle gelten. Hallo - ich habe halt meine "Idee" niedergeschrieben. Wenn Du diese wahrscheinlich gelinde gesagt "zum K..." findest, bitte schön! Vielleicht solltest Du Dir mal die Bücher von Galina Schatalova reinziehen. Kennst Du diese? Da geht es unter anderem auch darum, daß man mit sehr wenig Kalorien trotzdem schwere körperliche und geistige Arbeiten verrichten kann.
Und sorry, wenn ich jemanden, der nicht viel Geld in der Tasche hat, vorschlage, er soll seine Biogurke im Penny kaufen. Sollte derjenige Urkost Urkost sein lassen und lieber seine Pizza im Aldi kaufen gehen?
Fragende Grüße
Sabine
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Honeysuckle am Freitag 23. April 2010, 21:04

Wir leben vegan, aber mit hohem Rohkostanteil. Zu meinem haushalt gehören ich, meine Tochter (8) und mein Sohn (2). Letzterer ist Stillkind, isst aber trotzdem rohe Sachen fast wie ein Erwachsener (von der Menge her). Da die Kinder mir in den Mengen kaum nachstehen halbiere ich die Kosten auch nicht. Wir brauchen im Monat ca 350-400 Euro für Essen. Hauptsächlich bio, aber eben (noch) nicht komplett roh. Und ich muss jeden Monat wieder schaun, daß wir über die Runden kommen. Als Gesamteinkommen haben wir 1600 Euro zur Verfügung, davon wird Miete, Schule, Essen...alles halt gezahlt. Da ich kein Auto habe, kann ich auch keine Großmengen günstiger kaufen oder direkt zum Bauern fahren, sondern bin auf Wochenmarkt und Bioläden angewiesen. So richtig hab ich finanziell meinen Weg mit der Rohkost noch nicht gefunden. Grad am Anfang/Übergang komme ich mit nur Äpfeln und Karotten nicht wirklich klar (Wildies habe ich trotzdem viele dabei).
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Mirko am Samstag 24. April 2010, 00:18

Bananine hat geschrieben:Hallo Mirko!
Vielleicht solltest Du Dir das Thema noch mal genauer anschauen: Es geht um ein "günstiges" Urkostleben, o.k.? Ich habe da ein "Beispiel" gebracht. So eine Art "Hilfestellung" für nicht so "betuchte" Leute. Und wenn ich supersatt werde von meinen Wildpflanzenmahlzeiten, dann ist das bei mir so. "Könnte" bei anderen doch auch so sein. Muß ja nicht für alle gelten. Hallo - ich habe halt meine "Idee" niedergeschrieben. Wenn Du diese wahrscheinlich gelinde gesagt "zum K..." findest, bitte schön! Vielleicht solltest Du Dir mal die Bücher von Galina Schatalova reinziehen. Kennst Du diese? Da geht es unter anderem auch darum, daß man mit sehr wenig Kalorien trotzdem schwere körperliche und geistige Arbeiten verrichten kann.
Und sorry, wenn ich jemanden, der nicht viel Geld in der Tasche hat, vorschlage, er soll seine Biogurke im Penny kaufen. Sollte derjenige Urkost Urkost sein lassen und lieber seine Pizza im Aldi kaufen gehen?
Fragende Grüße
Sabine


Hallo Sabine,
nichts für ungut, so habe ich das auch wieder nicht gemeint.
Die Bücher von der Schatalova habe ich beide schon vor langer Zeit gelesen (aber nicht "reingezogen", sowas mache ich generell nicht mehr, Kopfschmerzen und so) und auch vieles daraus umgesetzt, vor allem was körperliche Abhärtung betrifft.
Den Sprung von der Pennybiogurke zur Aldipizza ist mir nicht verständlich. Jedenfalls, trotzdem, ich würde niemandem die Bioprodukte vom Discounter empfehlen. Die Gurken sind meistens eingeschweißt, und falls du dir "plastic planet" "reingezogen" hast, weißt du (spätestens), dass man sich und seinen Kindern mit sowas keinen Gefallen tut. Und die Gemüse, die es dort gibt, sind im Kilopreis fast immer teurer als beim Alnatura (als Beispiel). Die Bananen geschmacklos und die Qualität generell sehr zweifelhaft.
Und der Vollständigkeit halber: "angeblich roh" genügt mir nicht, daher sind für mich Erdnüsse aus dem Asialaden Schrott. Und bestrahlt sind sie auch, aber das setze ich mal als bekannt vorraus.
Grüße
Mirko
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Amelia am Samstag 24. April 2010, 09:01

Es scheint auch sehr davon abzuhängen,wo man lebt und wo man einkaufen kann. Ich kaufe fast alle Lebensmittel in dem preiswertesten Bioladen in unserer Stadt. Trotzdem kippe ich oft innerlich nach hinten über, wenn ich sehe, dass eine Schale Erdbeeren 3,99 € oder eine einzelne Paprika 1,75 €kosten soll. Von den Exoten erst gar nict zu sprechen. Ich habe schon Mangos für 7,99 € gesehen (was allerdings nicht die Regel ist) oder vor einigen Wochen noch 7,50 € für 1 kg Ananas bezahlt.
Ich selbst gebe auch viel Geld für unser Essen aus, möchte mich mit Zahlen aber zurückhalten, weil ich auch noch Nicht-Urkost für drei Familienmitglieder kaufe und die Kosten noch nie gesplittet habe.

Liebe Grüße. Amelia
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Topinambur am Samstag 24. April 2010, 11:01

Mirko hat geschrieben:Und der Vollständigkeit halber: "angeblich roh" genügt mir nicht, daher sind für mich Erdnüsse aus dem Asialaden Schrott. Und bestrahlt sind sie auch, aber das setze ich mal als bekannt vorraus.

Hallo Mirko,

würde ich so nicht komplett unterschreiben. Viele sind wirklich Schrott und "tot" und bestrahlt wird heutzutage schon ein riesiger Teil unseres Essens, aber ich habe eine Erdnusssorte gefunden, die hervorragend keimt.
Ich ziehe zu Hause immer kleine Plänzchen hoch und setze die dann im Garten aus. Ende des Sommers ernten wir dann leckere frische Erdnüsse ...

Gruß
Topi
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Bananine am Montag 26. April 2010, 13:25

Hallo liebe Wald-Elfe!
Das ist ja toll, wie hochwertig Ihr Euch verpflegt! Darf ich fragen, ob Ihr Vielesser oder eher "bescheiden" eßt? Beispiel: Ißt Du eine halbe Avo mit Wildis und bist satt oder brauchst Du eher einen Riesenhaufen Wildis plus 2 oder mehr Avos?
Und Dein Freund ist auch Urköstler? Ist ja genial, was will man mehr!
Liebe Grüße
Sabine
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Bananine am Montag 26. April 2010, 18:06

Wow Wald-Elfe, da seid Ihr beiden ja ein richtigen Power-Paar, gell? Freut mich sehr für Euch. DAS muß sich erst mal finden! Und zum Frühstück futtert Ihr ja schon ganz gut, Respekt! Reichen da dann die Avocados, die Ihr von Orkos bekommt, oder kauft Ihr auch öfter noch dazu? Sorry, schon wieder ´ne Frage. Ich finde es halt schon spannend, mal ein ganzen "Pärchen" urköstlich und virtuell zu kennen. Im wirklichen Leben sieht das immer ganz anders aus. Bisher kenne ich keinen "echten" Urköstler. Meist sogar noch recht weit davon entfernt, nun ja...!
Ganz liebe Grüße und Danke für die Infos
Sabine
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Brigitte Rondholz am Montag 26. April 2010, 18:21

Wald-Elfe hat geschrieben:Hallo liebes Forum,

nun will ich hier auch mal aufführen, wie mein Freund und ich uns im Monat mit Urkost versorgen.
Wir haben beide etwa ein Einkommen von 600 Euro - Bafög und Job und Kindergeld. Das ist nicht viel.

Bei uns hat es sich folgendermaßen eingependelt:
Wir bestellen jede Woche für etwa 120 Euro bei Orkos, also ca 60 Euro pro Person und Woche.
Im Paket sind dann standartmäßig Avocados, Mangos, Bananen, Papaya, Cherimoya, Datteln, Orangen, Pagoden und ab und an mal Safus, Oliven, Durian, Jackfrucht etc.
Damit werden wir gut satt, dazu gibts täglich zu jeder Mahlzeit einen Haufen Widkräuter, die die ganze Sache erst so richtig rund und vollständig machen. Ferner gibt es Gemüse und Nüsse aus dem Bioladen oder vom Markt, selten mal aus dem Supermarkt in Bioqualität. Das sind dann nochmal so ca 15 Euro pro Person und Woche.
Da wären wir also insgesamt bei 75 Euro, auf den Monat gerechnet 300 Euro, die pro Person fürs Essen draufgehen.
Also gut die Hälfte unseres Einkommens.
Das finde ich in Ordnung und wir kommen damit in der Regel gut zurecht.

Vielleicht kann mein Beitrag eine Hilfe sein für Leute, die glauben, sich mit wenig Geld kein hochwertiges Essen leisten zu können.

:-)



Klasse Beitrag - DANKE, liebe Waldelfe! Ja, die Hälfte des Einkommens für Essen finde ich sehr ok, schließlich ist es die beste Gesundheitsvorsorge, die man machen kann.

Beste Grüße - Deine Brigitte
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Jana am Dienstag 27. April 2010, 13:52

Oh ja, unser Sorgenthema Nummer eins.
Wir haben etwa 200 Euro pro Person pro Monat für Essen und eine Gurke kostet hier mit der Weile 2 Euro. Und das ist dann noch nicht bio! Ein Kilo Äpfel 2 Euro, ein Kilo Möhren 2,25 Euro und so weiter. Wie gesagt das ist kein bio und das ist auch das Billigste, was ich hier kaufen kann. 1kg Tomaten liegt bei 3,50.
Deshalb war die letzten Wochen auch nix mit Rohkost. Das war einfach nicht zu machen ohne das Familienbudget zu sprengen oder mich total unterzuernähren.
Seit 3 Wochen ist nun eeeendlich der Schnee weg und mir steht reichlich Moos und diverses Grünfutter zur Verfügung.
Unsere Basis für eine gesunde Ernährung ist aber unser Garten. Ohne den ginge es nicht.
Wir sind noch im Aufbau unseres – um mal im Anastasia-Jargon zu sprechen – Familienlandsitzes ;-)
Dieses Jahr sind wieder einige Beete hinzugekommen, so daß uns nun doppelt soviel Bepflanzungsfläche zur Verfügung steht wie voriges Jahr.
An Vorratshaltung ist noch nicht zu denken, aber ich bin gespannt, ob wir es schaffen werden dieses Jahr einen oder vielleicht sogar 2 Monate komplett aus dem Garten zu leben. Naja, ein Monat ist wohl realistischer.
Es ist nicht so einfach das Land hier urbar zu machen und die Bodenqualität ist… ähm, naja, was für Boden… die Humusschicht ist denkbar dünn und gleich darunter kommen gaaaanz viele Steine.
Mutterboden kaufen wäre die einfachste, aber teuerste Lösung. Was macht unsereiner? Wir machen das Holz ja selbst. Die Zweige der gefällten Bäume, die für Brennholz zu dünn waren haben wir durch den Schrädder geschräddert und damit ein ganzes großes Beet gefüllt. Dann nur noch ne dünne Schicht Erde obendrauf. Ja, wenn man nur wenig Geld hat, ist eben Kreativität gefragt. Aber irgendwie erfüllt es einen auch mehr vor einem Beet zu stehen, welches man selbst geschaffen hat, als vor einem, was mit ‚ner LKW Ladung gekaufter Erde gefüllt ist.
Andererseits muß man sagen, so arm sind wir eigentlich gar nicht. Während alle unsere Bekannten ausnahmslos zwischen 2 und 3,5 Millionen Kronen Schulden haben (Der Kurs ist im Schnitt 8 Kronen - 1 Euro) haben wir nur noch knapp fünfhundertausend. Warum? Weil wir ein kleines Haus haben und keinen großen Palast. Weil wir zwei alte Klapperkisten fahren und keine großen neuen Familienkutschen, weil wir wirklich jedes kleine Ding selber machen und nicht andauern Firmen kommen lassen. Weil wir sehr viele Materialien wieder verwenden. Z.B haben ist auf dem Grundstück eine große Treppe und diverse andere Dinge mit Europalletten gebaut, die zu diesem Zwecke teilweise auseinandergenommen wurden. Wenn wir Europalletten verbrennen, sieben wir die Nägel aus der Ofenasche wieder raus. Die Asche kommt auf die Beete (unsere Bekannten kaufen Dünger) und mit den Nägeln bauen wir diverses Zeug zusammen. Man kann natürlich auf im Baumarkt die Nägel teuer kaufen, denn die sind hier echt teuer!
Ich muß sagen, ich habe in den letzten Jahren von meinem Partner sehr viel gelernt, was den sparsamen Umgang mit Ressourcen und Geld anbelangt.
Daher habe ich mich auch sehr über den Link zu dem Film „Zeitgeist“ gefreut. Den kann ich wirklich nur empfehlen!
Wir versuchen hier selbständig und autark zu werden. Und daß heißt den sinnvollen Umgang mit Mitteln lernen und sich lösen von den Verlockungen des Konsums.
Nur wird man ein freier Mensch.
Liebe Grüße

Jana
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Kleeblatt2007 am Dienstag 27. April 2010, 14:04

Liebe Wald-Elfe,

Wald-Elfe hat geschrieben:wir sind beide so Durchschnitts-Esser. Beide jeden Tag meistens eine Avocado - zum Frühstück haben wir z.B. oft eine Mango/halbe Ananas, zwei Bananen, eine Avocado, ein paar Datteln und zwei Orangen, ne Cherimoya und einen Berg Wildis und teilen uns das alles. Danach sind wir beide satt.


hey das ist ja wahnsinn. wie macht ihr das? auch wir rechnen viel...wenn ich aber sehe, was ihr allein zum frühstück esst, dann kann ich fast nicht glauben, dass ihr mit dem geld wirklich auskommt. mich würde interessieren, was ihr dann den weiteren tagesverlauf esst und vor allem wie viel. ich esse auch nicht mehr so viel wie früher, aber ich komme definitiv nicht mit 60 EUR pro Woche aus. was macht ihr so den ganzen tag? seid ihr viel aktiv oder eher ruhig? wir sind sehr viel aktiv- früh laufen und urkost, tagsüber viel spazieren gehen- habe 2 kinder- und nachmittags auch viel bewegung. wenn ich mich mal nicht so viel bewege, klar dann habe ich auch gleich nicht mehr so viel hunger...aber wie ihr das schafft....also wäre echt schön, wenn du uns einen blick dafür geben kannst, wir ihr das macht.

vielen dank

nadine
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Jana am Dienstag 27. April 2010, 14:24

Hi Nadine,

bist Du mit deinen zwei Kindern zu Hause? Wie alt sind die kleinen? Meiner wird bald 2
Liebe Grüße

Jana
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Nera am Dienstag 11. Mai 2010, 11:40

Ich lebe ebenfalls mit Hartz4-Niveau aber deswegen spare ich nicht bei der Ernährung. Mit 100 Euro könnte ich auch nur bei Aldi und Co. einkaufen aber warum sollte ich dort den Abfall kaufen? Gesundheit ist unbezahlbar und da verzichte ich lieber auf alles andere und gebe dafür den letzten Cent für naturbelassene Nahrung aus. 300 Euro pro Monat brauche ich allerdings nicht für meine Ernährung - davon könnte ich allerdings wie im Schlaraffenland leben..:D. Ich plane zwischen 140 und 200 Euro ein. Mein "Tip" ist hier: Prioritäten setzen und sinnfreien Konsum einstellen. Ansonsten ist man schlichtweg selbst an seinem Elend Schuld.
Nera
 

Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Brigitte Rondholz am Mittwoch 12. Mai 2010, 08:09

Nera hat geschrieben:Ich lebe ebenfalls mit Hartz4-Niveau aber deswegen spare ich nicht bei der Ernährung. Mit 100 Euro könnte ich auch nur bei Aldi und Co. einkaufen aber warum sollte ich dort den Abfall kaufen? Gesundheit ist unbezahlbar und da verzichte ich lieber auf alles andere und gebe dafür den letzten Cent für naturbelassene Nahrung aus. 300 Euro pro Monat brauche ich allerdings nicht für meine Ernährung - davon könnte ich allerdings wie im Schlaraffenland leben..:D. Ich plane zwischen 140 und 200 Euro ein. Mein "Tip" ist hier: Prioritäten setzen und sinnfreien Konsum einstellen. Ansonsten ist man schlichtweg selbst an seinem Elend Schuld.


Bravo!! Ja, Konsum einstellen, ein gutes Stichwort.

DAS macht frei, nicht mehr am Gängelband des Konsumterror zu kleben.

Jetzt beginnt auch bald wieder die Früchte-Sammelzeit - naturbelassene und vollreife Früchte sind der wahre Luxus unserer Zeit - und es gibt diesen Luxus umsonst.
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von welli am Dienstag 6. Juli 2010, 19:31

Hallo liebe Rohköstler/ Urköstler. Ich lese mit Begeisterung Eure Beiträge und habe ein Problem. Ich bin 52 Jahre jung und lebe seit meinem Erwachen am 21. April 2008 vegan und jetzt auch rohköstlich. Nur will meine Frau da nicht mitmachen, obwohl sie erkennt, dass ich mich damit von allen Volkskranheiten befreien konnte. Meine Polyarthrose ist auf dem Rückmarsch, mein Körpergewicht stabilisiert sich trotz sehr kalorieenarmer Ernährung zu meiner Verwunderung( war früher Adipositas). Früher habe ich auch an die Superlüge des BMI geglaubt. Aber mein Gewissen plagt mich, ich koche seit Anfang meiner Ehe, ich weigere mich immer mehr für meine Frau irgendetwas tierisches zu kochen oder zu grillen. Ich distanziere mich immer mehr von dieser Unart des Menschen und bekomme in meinem familiären Umfeld kein einziges aufklärendes Gespräch ohne Streit hin.
Wer kann mir helfen, oder ist es normal das alles, dass die eigene Partnerin/ Partner auf Abstand geht, nur weil man ohne Medikamente gesund werden will und für die Kinder nicht mehr grillen will!!!
Wer hat für mich Kontakt Emails von Rohköstlern oder Veganern aus dem Raum Schwerin und Umgebung?
VLG sendet Mario aus Schwerin, mariowelzel@web.de
welli
 
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Nera am Mittwoch 7. Juli 2010, 07:29

Du kannst deine Umgebung natürlich zu nichts zwingen. Sie müssen es selbst erkennen und entsprechend handeln. Du solltest dich nicht darüber aufregen und deinen eigenen Weg fortsetzen. Das kann auch bedeuten, dass du dich von diesem Umfeld trennen mußt, auch wenn das nicht leicht ist. Sich mit Menschen zu umgeben, die einen unglücklich machen, kann auf Dauer nicht das richtige sein.

Ich muss mal wieder meine Kostenangaben korrigieren. Seitdem ich täglich Wildpflanzen sammle, habe ich wieder jede Menge Geld eingespart. Ich kann nur empfehlen sofort damit anzufangen.... :). Nur eins stört noch, nämlich wenn meine "intelligenten" Mitmenschen mir meine Nahrungsgrundlage vernichten, indem sie wie üblich penetrant den Rasenmäher schwingen :evil:
Nera
 

Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von DURUS am Freitag 9. Juli 2010, 00:34

welli hat geschrieben:Hallo liebe Rohköstler/ Urköstler. Aber mein Gewissen plagt mich, ich koche seit Anfang meiner Ehe, ich weigere mich immer mehr für meine Frau irgendetwas tierisches zu kochen oder zu grillen. Ich distanziere mich immer mehr von dieser Unart des Menschen und bekomme in meinem familiären Umfeld kein einziges aufklärendes Gespräch ohne Streit hin.
Wer kann mir helfen, oder ist es normal das alles, dass die eigene Partnerin/ Partner auf Abstand geht, nur weil man ohne Medikamente gesund werden will und für die Kinder nicht mehr grillen will!!!
Wer hat für mich Kontakt Emails von Rohköstlern oder Veganern aus dem Raum Schwerin und Umgebung?
VLG sendet Mario aus Schwerin, mariowelzel@web.de


Hallo welli,

mir geht es ähnlich. Meine Frau verhält sich sehr wechselhaft. Mal möchte sie, dass ich ihr etwas von meinem Wildkrautsalat (gemischt mit kultivierten Früchten) abgebe und stellt mir auch viele Fragen zum Thema Krankheitssymptome/Ernährung. Sie ist dann also doch neugierig. Ein anderes Mal möchte sie davon nichts mehr hören und beschwert sich, wenn ich z. B. zum Laufen oder Kräutersammeln gehe, weil ich dann ja, nach ihren Worten: "Keine Zeit mehr habe und nur noch meine Sachen mache."
In meinem ganzen sozialen Umfeld, Familie, Freunde, Kollegen, etc. wird oft über Krankheiten gesprochen. Da die Menschen den Ärtzen und den gewinnorientierten, nicht unabhängigen Medien etc. vertrauen und zu bequem sind sich an unabhängigen Stellen selbst zu informieren, fehlt es ihnen an Hintergrundwissen. Dann erwacht oft mein Helfersyndrom und ich möchte sie gern informieren, es ihnen leichter machen, denn ich habe viel Zeit gebraucht, um diese Informationen zusammen zu tragen. Aber ich werde meist nur angesehen, als ob ich von einem anderen Stern kommen würde. Alles, was sie bisher kennengelernt haben - Fleisch ist ein Stück Lebenskraft - Tierisches Eiweiß ist essentiell und von hoher biologischer Wertigkeit - Fleisch, Milchprodukte, Vollkornprodukte etc. gehören zu einer ausgewogenen, gesunden Ernährung - das soll nun nicht mehr wahr sein? Ich musste einsehen, dass mir das kaum einer glaubt und mein Helfersyndrom minimieren.
Nun deshalb bin ich hier Mitglied geworden, um Informationen mit Gleichgesinnten austauschen und lernen zu können. Und ich hoffe auf einen weiteren Gesundheitskongress in Kisslegg, der ja wohl nächstes Jahr stattfinden soll.
Was das Kochen und Grillen für die Familie angeht. Gegrillt habe ich immer und tue dies auch weiterhin. Ich kann von meiner Frau nicht verlangen, dass sie das so durchzieht wie ich, obwohl es einfacher wäre. Ich bin von allen Suchtstoffen der Zivikost entwöhnt und kann das alles sehen/riechen, ohne dass ich davon berührt werden würde. Es lässt mich echt kalt und ich genieße meine Früchte und Kräuter. Mich beschleicht aber immer ein ungutes Gefühl wenn ich meinen 9-jährigen Sohn und meine Frau diese Dinge essen sehe, weil ich gleich im Kopf nachvollziehe, was deren Inhaltsstoffe in ihrem Organismus anrichten könnten. Ich habe sie informiert und vielleicht auch manchmal damit zugetrötet. Jetzt kann ich leider nur noch zuschauen.

Nun welli, ich bin 47 Jahre und nicht aus Schwerin. Aber ich wohne im Norden Brandenburgs. Wenn Du willst, können wir uns gerne austauschen bzw. gegenseitig stärken.

Meine Frau hat übrigens in Schwerin gelernt. Hab ich mir letzen Sommer angesehen. Ist eine schöne Stadt.

MfG
DURUS (Frank)
Der Unwissende, der nichts versteht, lacht leicht.
DURUS
 
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Amelia am Freitag 9. Juli 2010, 07:30

DURUS hat geschrieben:Alles, was sie bisher kennengelernt haben - Fleisch ist ein Stück Lebenskraft - Tierisches Eiweiß ist essentiell und von hoher biologischer Wertigkeit...


Gestern hab ich auch noch was "schönes" gehört...
Von einem älteren Ehepaar, welches sich regelmäßig in einer "Gemeinschaft" engagiert :? : Ob man denn keinen Mangel bekäme, wenn man nie Fleisch essen würde. Denn schließlich wären die Tiere ja dazu da, von uns gegessen zu werden, wir müssten das ja. Das steht schließlich schon so in der Bibel :shock: !
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Nera am Freitag 9. Juli 2010, 07:48

Denn schließlich wären die Tiere ja dazu da, von uns gegessen zu werden, wir müssten das ja. Das steht schließlich schon so in der Bibel

Diese bittere Realität kann ich aus eigenen Erfahrungen nur wieder bestätigen. Es ist unfassbar wie primitiv Menschen sein können. Man kommt sich vor als lebe man täglich zwischen Steinzeitmenschen und geisteskranken Fanatikern. :roll:
Nera
 

Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Bananine am Donnerstag 15. Juli 2010, 07:03

Guten Morgen zusammen!
Zur "Grillerei" fällt mir ein: Versucht es doch mal mit vegetarischen Würstchen. Unsere Nachbarkids haben keinen Unterschied bemerkt.
Meine family ißt "nur" vegetarisch. Mein Mann legt auch Frühlingsrollen und Gemüsesticks kurz auf den Grill. Und natürlich Gemüse. So können wir an allen Grillfesten teilnehmen, ohne groß aufzufallen (worauf wir nämlich gar keine Lust haben). Ich weiß, das "gelbe vom Ei" sind diese Tofusachen auch nicht, aber allemal besser, als tierische Wurst.
Und das mit der Aufklärung: Ja - am Anfang der Umstellung ist man so ein richtiger "Revolutzer", wie mein Vater immer sagt. In der eigenen Euphorie möchte man am liebsten gleich alle "bekehren". War bei mir auch so. Mit der Zeit habe ich dann auch eingesehen: Bringt nix. Aber die "kleinen Schritte" lassen nicht lange auf sich warten. Am Anfang der Umstellung haben meine 3 z.B. Sojajoghurt gehasst. Jetzt, nach 3 Jahren, lieben sie diesen. Ihr Geschmackssinn hat sich sehr verändert. Sie werden also immer mehr vegan.
Mein Vater (eingefleischter Fleischesser) ißt bei uns ausschließlich roh und liebt es. Meine Mutter hat die letzten 2 Jahre ihres Lebens (nach Lesen des Konz´) nur noch roh gegessen. Meine Freundin in Norddeutschland zieht jetzt Sprossen, gibt ihren Kids wesentlich weniger Süßkram, ißt selber fast nur noch vegetarisch. Mein Nachbar hat 15 kg abgenommen, nachdem er einen Vortrag über "gesunde Ernährung" gehört hat, welchen ich organisiert hatte. Meine Freundin hier am Bodensee hat ihre family auch fast auf vegetarisch umgestellt. Und so weiter......! Ist das nichts?
Fühlt Euch erst mal so richtig wohl in Eurer eigenen Haut, der Rest ergibt sich dann von ganz alleine, wenn man es "friedlich und liebevoll" "erdenkt"!
Viel Erfolg und ganz liebe Grüße
Sabine
Bananine
 
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Klara am Donnerstag 22. Juli 2010, 23:15

Brigitte Rondholz hat geschrieben:[b][color=#0000FF]
Gut - ich war noch nie wirklich arm, aber mit 100 Euro wäre ich auch nicht zu Kochkostzeiten hingekommen.

Ich bin im Moment überfragt, was in solch einem Fall zu tun wäre?

Habt Ihr gute Ideen?


Laut Wikipedia beträgt der Hartz-IV-Regelsatz 359€ pro Person. Wenn das Gehalt des Autors auf diesem Niveau liegt, warum verfügt er dann nur über 100€ für Nahrungsmittel? Wo verbleiben denn die anderen 259€? 300€ für seine Ernährung wären doch offenbar vorhanden...

Sollte diese Person Sparbücher o.ä. besitzen, würde ich vorschlagen, diese Gelder zu lukrativen Zinssätzen anzulegen... Eine Idee wären Bundesschatzbriefe oder weitere temporäre Geldanlagen, die noch gewinnbringender sind. Oftmals kann man bei ausländischen Banken von höheren Verzinsungen profitieren, was absolut legitim ist, solange man nicht offizell Steuerhinterziehung betreibt. Persönliche Bankberater müssten hier zwecks Informationseinholung zur Verfügung stehen.

Ansonsten müsste er sich eben mit Obst und Gemüse aus traditionellem Landbau zufrieden geben. Die Pestizid-Rückstände sollen dabei extrem minimal sein und zuweilen durch gründliches Reinigen gänzlich verschwinden. Ich selbst habe mich nun allerdings auch entschlossen, nur noch aus biologischem Anbau stammende Produkte zu erwerben.
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Klara am Freitag 23. Juli 2010, 19:48

Ich bin noch auf etwas Interessantes gestoßen. Aldi-Speisen scheinen in der Tat qualitativ minderwertig zu sein, daher würde ich den Armen zu Folgendem raten: http://team-muenster.de/biobeschreibung.htm

Dieses Daily-Biobasics-Produkt enthält laut Tabelle vielzählige, für ein intaktes Funktionieren von Organen und Immunsystem notwendige Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Ballaststoffe, Nährstoffe. Darüber hinaus wirbt es mit sekundären Pflanzenstoffen, die vor allem auch dem Zell- und Krebsschutz dienen. Die zur Herstellung des Produktes verwandten Obst-, Gemüse- und Kräutervariationen sind offenbar pulverisiert und "schonend" schockgefroren, so dass laut deren Angabe weitgehend alle essentiellen Inhaltsstoffe erhalten bleiben. Auch würden keine Inhaltsstoffe manipulativ isoliert, sondern die Früchte und Gemüsesorten würden in ihrer Gesamtheit verarbeitet.

Monatlich kostet dies etwa preiswerte 75€ pro Person. Also deutlich unter 100€. Wäre ich selber in einer finanziell misslichen Situation, so würde ich definitiv diese Lebensmittelkombination einer degenerierten Aldi-Kost vorziehen...
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Amelia am Samstag 24. Juli 2010, 07:57

Wenn du insgesamt im Monat 100 Euro zur Verfügung hättest, würdest du 75 davon in ein Nahrungsergänzungsmittel stecken?

Dann doch lieber Wildpflanzen pur...

Abgesehen davon - die Werbung muss und wird nicht der Wahrheit entsprechen.

LG. Amelia
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Weintraube am Sonntag 25. Juli 2010, 19:25

Laut Wikipedia beträgt der Hartz-IV-Regelsatz 359€ pro Person. Wenn das Gehalt des Autors auf diesem Niveau liegt, warum verfügt er dann nur über 100€ für Nahrungsmittel? Wo verbleiben denn die anderen 259€? 300€ für seine Ernährung wären doch offenbar vorhanden


Liebe Klara,

steht bei Wikipedia auch, daß ein Hartz IV Empfänger von diesen 359 € Strom, Telefon, Versicherungen, Kleidung, Auto, Sprit, Internet und alle anderen Kleinigkeiten des normalen Lebens bezahlen muss, wie Kinobesuch z.B. ?

LG
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Klara am Montag 26. Juli 2010, 10:15

Weintraube hat geschrieben:
steht bei Wikipedia auch, daß ein Hartz IV Empfänger von diesen 359 € Strom, Telefon, Versicherungen, Kleidung, Auto, Sprit, Internet und alle anderen Kleinigkeiten des normalen Lebens bezahlen muss, wie Kinobesuch z.B. ?



Hallo!

Nein, aber wenn das tatsächlich so ist, sollten sich Hartz-IV-Empfänger halt schnellstens wieder einen Beruf suchen oder diese 1-€-Jobs wahrnehmen, um ihr Arbeitslosengeld ein wenig aufzustocken. Oder halt diese Biobasics-Produkte erwerben...

LG

Klara
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Irene am Montag 26. Juli 2010, 11:43

Mir schon: Pfui Deibel (würg, brech)
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Titania am Dienstag 27. Juli 2010, 00:45

Klara hat geschrieben:
Weintraube hat geschrieben:
steht bei Wikipedia auch, daß ein Hartz IV Empfänger von diesen 359 € Strom, Telefon, Versicherungen, Kleidung, Auto, Sprit, Internet und alle anderen Kleinigkeiten des normalen Lebens bezahlen muss, wie Kinobesuch z.B. ?



Hallo!

Nein, aber wenn das tatsächlich so ist, sollten sich Hartz-IV-Empfänger halt schnellstens wieder einen Beruf suchen oder diese 1-€-Jobs wahrnehmen, um ihr Arbeitslosengeld ein wenig aufzustocken. Oder halt diese Biobasics-Produkte erwerben...

LG

Klara



?????????????????
Mehr fällt mir zu so viel Naivität nicht ein! :roll:
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Nera am Dienstag 27. Juli 2010, 09:54

Klara hat geschrieben:Nein, aber wenn das tatsächlich so ist, sollten sich Hartz-IV-Empfänger halt schnellstens wieder einen Beruf suchen oder diese 1-€-Jobs wahrnehmen, um ihr Arbeitslosengeld ein wenig aufzustocken. Oder halt diese Biobasics-Produkte erwerben...

Ich schlage mal vor, dass du selbst Hartz4-Empfänger wirst, damit sich deine weltfremden Vorstellungen ändern. Jobst wachsen auch in Zukunft nicht auf den Bäumen und werden auch weiterhin in der Anzahl abnehmen. 1-Euro-Jobs sind nicht die Lösung, sondern ein Problem. Sie verdrängen gutbezahlte Jobs, beuten die Arbeitskraft der Leute aus und treiben sie in die Armut. Desweiteren wandeln sich diese immer mehr in Zwangsarbeit um.

Titania hat geschrieben:Mehr fällt mir zu so viel Naivität nicht ein!

Das kommt davon, wenn man sich mit den falschen Leuten umgibt, die genauso weltfremd denken. Manche bezeichnen sich humorvollerweise als "Eliten" - fragt sich eben nur von was.
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Mary Brickenkamp am Dienstag 27. Juli 2010, 15:10

Hallo, Klara,

ich gehöre zu den "Gutsituierten", die sich die "gehobene" Urkost problemlos leisten kann. Trotzdem käme mir niemals in den Sinn Hartz4-Empfänger ganz allgemein dem Drückebergertum zuzuschreiben.

Es gibt sicherlich unter diesen Menschen welche, die bewusst auf Staatskosten leben - Missbrauch gibt es in Allen Lebensbereichen - aber die Mehrzahl der Hartz4-Empfänger wird lieber heute als morgen arbeiten gehen. Doch: Wie sieht denn die Realität aus:

Wenn Neueinstellungen gemacht werden, sind sie in den meisten Fällen befristet. Auch hier kann niemand generell die Arbeitgeber verteufeln, denn die Wirtschaft ist so: Dann gibt es Phasen mit guten Umsazt, wo ein Betrieb Leute braaucht und dann wieder Phasen, wo nach der Kurzarbeitszeit immer noch kein Personal benötigt wird.

Wenn ein befristeter Arbeitsvertrag nicht verlängert werden will/kann, ist der entlassene Mensch ganz schnll wieder bei Hartz4.

Des Weiteren wird heute ein Höchstmaß auch an örtlicher Flexibilität erwartet. Hast Du das nicht, bist Du ganz schnell Hartz4-Empfänger, auch wenn Du vorher über 20 Jahre Filialleiter einer Supermarktkette warst. :( Ich kenne so einen Fall. Der Mann hat mit etwa 50 nur die Wahl entweder vielleicht bis zur Rente mit seiner Frau eine Wochenend-Ehe zu führen, weil die Arbeitsstelle 300 km von hier weg ist, oder dem Hartz4 entgegenzusehen. Und nein, liebe Klara, seine Frau hat hier eine Arbeitsstelle und wird sich hüten diese freiwillig aufzugeben, denn ab 45 gehörst Du stellenmäßig nicht mehr zu dem gefragtesten Personal.

Auf der anderen Seite sind dann die dem gegenüber jüngeren Alleinerziehenden, welche mit Rücksicht auf die Kinder ebenfalls sowohl in der örtlichen als auch in der zeitlichen Flexibilität sehr eingeschränkt sind. Auch diese finden sich recht schnell bei Hartz4 wieder.

Mit welchem Recht schreibst Du genauso lapidar, wie unser Politclown Westerwelle, der bisher immer schon auf Staatskosten gelebt hat, sagt, Hartz4-Empfänger sollten gefälligst Schnee schippen? Herr Westerwelle hat auf Steuerkosten Jura studiert und ist dann gleich in die Politik. Und alle Politiker haben ihr Leben lang ausgesorgt. Das sind dann nach ihren Rücktritten die "Hartz-Elite".

Aber zurück zum Thema: Wer soweit ist, die Urmethodik zu erfassen, dem unterstelle ich ein ganz besonderes Bestreben, sich nicht (mehr) freiwillig der oft schmachvollen Behandlung in den diveren Ämtern unterwerfen zu wollen. Einen Arbeitsplatz aus den Rippen schneiden kann sich jedoch niemand - nicht einmal wir Urköstler. ;)

In diesem Sinne bitte ich Dich um Klärung - und gut ist's. :) Denn andere Beiträge von Dir sind mM auch interessant. ;)

Liebe Grüße,
Mary
Liebe Grüße,
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Wohl dem, der sich traut, selber zu denken und eigenverantwortlich zu handeln!
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Klara am Dienstag 27. Juli 2010, 21:02

Mary Brickenkamp hat geschrieben:[color=#FF0000]Mit welchem Recht schreibst Du genauso lapidar, wie unser Politclown Westerwelle, der bisher immer schon auf Staatskosten gelebt hat, sagt, Hartz4-Empfänger sollten gefälligst Schnee schippen? Herr Westerwelle hat auf Steuerkosten Jura studiert und ist dann gleich in die Politik. Und alle Politiker haben ihr Leben lang ausgesorgt. Das sind dann nach ihren Rücktritten die "Hartz-Elite".


Liebe Mary,

mein Grundgedanke ist, dass ca. vier Millionen Hartz-IV-Empfänger in Deutschland ihr Arbeitslosengeld aufstocken können, wenn sie z. B. einen 1-€-Job im öffentlichen Dienst annehmen. Spontan fallen mir da Reinigungen von Straßen und Grünanlagen ein, die zumindest in unserer Gegend oftmals sehr verunreinigt sind. Gehwege sind bspw. übersät mit festgetretenen Kaugummis und zwischen den Beeten der Parks liegen Konserven, Verpackungen, Zigarettenkippen, weitere Abfälle. Wenn nun Personen, die auf Kosten der Steuerzahler leben, eine solche Maßnahme wahrnehmen, können sie nicht nur ihr Arbeitslosengeld steuerfrei erhöhen und sich dadurch mehr leisten, sondern gäben zugleich der Gesellschaft etwas zurück. Das Leben sollte aus einer Balance von Geben und Nehmen bestehen. 1-€-Jobber könnten z. B. vornehmlich als Hilfskräfte engagiert werden. Eventuell ist es sogar möglich, mit dieser Methode die Staatsausgaben einzuschränken.

Außerdem entfremden sich Arbeitslose auf diese Weise nicht der Arbeitswelt und behalten eine Aufgabe, Sinn und vor allem eine Tagesstruktur. In den Medien wird ja des Öfteren Einblick gewährt in so manche Hartz-IV-Haushalte. Beispiel: http://www.youtube.com/watch?v=sBCHsgi0968

Die Movitation der CSU und der FDP, die Einkommensteuer langfristig zu senken, halte ich aus ökonomischen Gründen für ausgesprochen rational. Auch würde auf diesem Wege die Arbeitslosenzahl minimiert und der sozioökonomische Status vieler Familien maximiert. Das führt zu einer forcierten Kaufkraft, welche Wirtschaftsexpansionen zur Folge hat. Aus diesen resultieren dann wiederum eine Schaffung von Arbeitsplätzen und kollektiv betrachtet höhere Gesamtsteuereinnahmen des Staates, ohne die Bevölkerung auszubeuten (durch Einkommen- und Umsatzsteuer).
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Nera am Mittwoch 28. Juli 2010, 08:40

Außerdem entfremden sich Arbeitslose auf diese Weise nicht der Arbeitswelt und behalten eine Aufgabe, Sinn und vor allem eine Tagesstruktur. In den Medien wird ja des Öfteren Einblick gewährt in so manche Hartz-IV-Haushalte.

Du bist diejenige, die entfremdet von der Realität lebt und überhaupt keinen Einblick in den realen Alltag eines Hartz4-Empfängers hat. Was die Medien verbreiten ist gelogen und pure Meinungsmache um die einzelnen Bevölkerungsschichten gegeneinander auszuspielen. Deine beschönigenden Äußerungen von einer angeblichen Balance sind nichts weiter als ein Fantasiegebilde ohne die wirklichen Zusammenhänge mit einbezogen zu haben. Wenn du dich mit diesem Thema ernsthaft beschäftigen willst, dann werde Hartz4-Empfänger und erfahre selbst, was es heißt so leben zu müssen.
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Klara am Mittwoch 28. Juli 2010, 10:00

Nera hat geschrieben:Du bist diejenige, die entfremdet von der Realität lebt und überhaupt keinen Einblick in den realen Alltag eines Hartz4-Empfängers hat. Was die Medien verbreiten ist gelogen und pure Meinungsmache um die einzelnen Bevölkerungsschichten gegeneinander auszuspielen. Deine beschönigenden Äußerungen von einer angeblichen Balance sind nichts weiter als ein Fantasiegebilde ohne die wirklichen Zusammenhänge mit einbezogen zu haben. Wenn du dich mit diesem Thema ernsthaft beschäftigen willst, dann werde Hartz4-Empfänger und erfahre selbst, was es heißt so leben zu müssen.


Ich empfinde Deine Äußerungen vornehmlich als ein Argument auf persönlicher Ebene... Wenn Du Dich gegen meine Ideen aussprichst, wäre es vielleicht angebracht, wenn Du alternative, aus Deiner Sicht produktivere Vorschläge unterbreiten würdest! Möchtest Du das Arbeitslosengeld erhöhen, so dass das arbeitende Volk noch mehr Steuern zahlen muss? Mit der Konsequenz, dass außerdem die (emotionale) Notwendigkeit zur Arbeitssuche fortwährend in den Hintergrund tritt, weil die Differenz zwischen dem Arbeitslosengeld und den Gehältern von Geringverdienern weiter abnimmt? Ich glaube nicht, dass das der Weg ist. Je mehr Steuern die schaffenden Menschen von ihrem Brutto-Einkommen abtragen müssen, desto mehr werden sie bezüglich ihrer Berufstätigkeit demotiviert. Zumindest besteht die Möglichkeit, dass allein dadurch die Zahl der Arbeitslosen vermehrt in die Höhe schnellt, was wiederum Steuererhöhungen mit Wirtschaftsrezessionen und zusätzliche Arbeitslosigkeit bedeutet!

Der Spitzensteuersatz liegt im Übrigen bereits bei 42% ab 52 152€ Jahresgehalt. Und der Eingangssteuersatz beträgt 15% ab 7 665€ im Jahr. Ist das nicht eine total überflüssige und daher ungerechtfertigte steuerliche Ausraubung, die man schon als persönliche Enteignung bezeichnen kann? Gewiss, der Fokus des Sparens sollte nicht primär am Sozialen einsetzen. Aber ich bin schon der Auffassung, dass Missstände des Sozialsystems nicht ungeachtet dürfen. Parasitäres Verhalten auf Seiten der Arbeitslosen muss daher zwingend mit diversen Sanktionen geahndet werden.

Verschiedenen Berechnungen zufolge könnten mittels durchgeführter Sparmaßnahmen am und beimpolitischen und bürokratischen Apparat mindestens 96 500 000 000€ im Jahr (einschließlich einer Zusammenlegung der 16 Bundesländer auf drei oder vier und einer Aufkündigung der Pensionsprivilegien für bürokratische Beamte) an Steuergeldern eingespart werden.

Ich finde dieses Thema außerordentlich interessant und relevant. Vor den Ferien wurde auch in meiner Klasse explosiv darüber diskutiert. Die Meinungen reichten von liberalen Ansichten über rechtsradikale bis hin zu linksextremistischen Tendenzen.
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von AndreaB am Mittwoch 28. Juli 2010, 13:06

@Klara::
Also, erst mal muss ich feststellen, Klara, dass Du für ein 20-jähriges Mädel (so schaust Du laut Bild jedenfalls aus) überaus scharfsinnig, politisch und auch sonst "welt-gewandt" und dazu noch ausserordentlich gut rhethorisch veranlagt bist... :)

@alle:
Nun, wie immer muss man alles von 2 Seiten betrachten. Als freiberufliche Dozentin in der Erwachsenenbildung unterrichte ich eben auch "Arbeitslosenkurse". Und was einem da an "Motivation zur Arbeit" und Einstellung zum sozialen System begegnet, setzt einen teilweise schon auf den Hosenboden. Und dabei ist es egal, ob diejenige Person ALG I oder II (Hartz 4) bekommt.
Als Beispiel hatten wir gestern jemanden auf der Baustelle, der sich bei uns als Bauhelfer/Pflasterhelfer auf unsere Anzeige beworben hatte. Wir haben für Essen und Trinken gesorgt und auch gezahlt wurde gleich. Er hat auch gut gearbeitet. Gestern jedenfalls. Heute ist er nicht erschienen. Warum? Das Geld reichte aus, um sich in der ortsansässigen Kneipe die Birne zuzuknallen, was will man mehr?!?!
Ich habe überhaupt feststellen müssen, dass viele (NICHT ALLE!!!!) der Arbeitslosen nicht umsonst arbeitslos sind. Nun, das ist Realität! Die Deutschen stehen wieder mal ander Spitze der Krankenstatistik.
Und warum sollte ein Hartz 4-ler mit arbeitsloser Frau und 2 Kindern noch arbeiten gehen, wenn er 1.600,- € zum Leben und Wohnen bekommt. Dafür müsste er als Arbeitnehmer schon ganz doll schuften.

Insofern kann ich Klaras Argumente schon nachvollziehen.

Aber diese Menschen handeln zu Lasten derer, die eben nicht selbst verantwortlich dafür sind, dass sie keinen Arbeitsplatz mehr haben.
Die beispielsweise 30 Jahre lang eingezahlt haben und jetzt auf die gleiche Stufe gestellt werden wie jemand, der nicht mal 1 Jahr eingezahlt hat!!!

....

muss jetzt leider los :)
Zu Risiken und Nebenwirkungen schalten Sie Ihr Hirn ein und fragen Sie die Natur!
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Nera am Mittwoch 28. Juli 2010, 13:48

Klara hat geschrieben:Parasitäres Verhalten auf Seiten der Arbeitslosen muss daher zwingend mit diversen Sanktionen geahndet werden.

Das was du hier vertrittst ist eine auswendig gelernte Ideologie. Du nimmst das Thema also immer noch nicht ernst und weigerst dich wehement, die Realität wahrzunehmen. Die Realität kann man nicht erkennen indem man Theorien und Meinungen Anderer auswendig lernt.

AndreaB hat geschrieben:Und warum sollte ein Hartz 4-ler mit arbeitsloser Frau und 2 Kindern noch arbeiten gehen, wenn er 1.600,- € zum Leben und Wohnen bekommt. Dafür müsste er als Arbeitnehmer schon ganz doll schuften.

Wow, mit 400 Euro pro Person leben diese Leute natürlich im Luxus, was? Wohnungskosten und Co. sind auch noch nicht abgezogen. Wo bleibt denn hier der reale Bezug, was am Ende übrig bleibt?

Und wenn man hier schon wieder den Unsinn lesen muss, dass hier irgendwer auf Kosten der anderen lebt. Die armen Bevölkerungsschichten geben komplett alles wieder an die Anderen zurück. Alles was sie kaufen fließt in den Wirtschaftskreislauf zurück und sichert genauso Arbeitsplätze. Während sie selber ständig ums Überleben kämpfen müssen und absolut nichts übrig haben oder sparen können. Auch jeder verwahrloste Säufer ist ein Steuerzahler ob euch das nun paßt oder nicht.
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Mary Brickenkamp am Mittwoch 28. Juli 2010, 13:50

Also, Klara, so geht das hier einfach nicht. Hier nicht! :evil:

Klara hat geschrieben:Parasitäres Verhalten auf Seiten der Arbeitslosen muss daher zwingend mit diversen Sanktionen geahndet werden.


Ich finde es sehr bedenklich eine solche Aussage, die Arbeitslosen ganz allgemein ein parasitäres Verhalten unterstellt, hier stehen zu lassen Deshalb bitte ich Dich hiermit, liebe Brigitte, diesen Satz zu löschen. Die Gesellshcaft ist sowieso schon derart aufgesplittert, dass ich fürchte, wenn die ohnehin schon tiefen Gräben noch weiter vertieft werden, endet es in absehbarer Zeit ganz böse. Ich denke, dieses Forum sollte nicht zur Förderung einer solchen Entwicklung mißbraucht werden dürfen.

Klara, bitte, mache Praktika auch gerade bei kirchlichen und städtischen Einrichtungn. Viele ehemalige Angestellte und Arbeiter wurden und werden entlassen und dann durch 1€-Jobber ersetzt. Ich weiß aus sicherer Quelle, dass diese Menschen in einem Sozialkaufhaus gegenüber den noch wenigen Angestellten verdammt mies behandelt werden. Die 1€-Jobber müssen sich beispielsweise jeden Abend Taschenkontrollen unterziehen. Die Angestellten brauchen das nicht.

Ich habe auch keine Patentlösung auf Lager. Aber es liegt auch in den oberen Etagen unserer Gesellschaft einiges im Argen: Wozu muss unser abgedankter Bundespräsident für den Rest seines Lebens eine Pension von 230.000 €/Jahr aus Steuermitteln beziehen und das, obwohl er noch nicht einmal die vorgesehene Zeit dem Staat gedient hat? Wenn er ein Fünftel davon bekäme, wäre er mit knapp 4000 Euro monatlich immer noch in einer verdammt kompfortablen Pensionssituation. Er ist abgedankt, weil er sich mißverstanden fühlte. Jamei.... Wenn jeder Arbeitnehmer, der sich ungerechtfertigt angewartscht fühlt, die Brocken hinschmisse,wo kämen wir dahin?! Ich möchte nicht wissen, wieviele Menschen schweres Mobbing auszuhalten versuchen, um nicht in Hartz4 zu kommen ihre ohnehin bescheidenen Rentenansprüche zu gefährden.

Und es gibt viele solcher ehemaligen Politiker und Manager.

Ich empfehle Dir wirklich bestrebt zu sein, eine differenzierte Sicht zu erlangen. Du hast Dich als Noch-Schülerin hier geoutet. Gehst Du auch jede Ferien einen unbezahlten Job nach, um denen, die Dir die Bildung ermöglichen, etwas zurückzugeben? Wenn ja, dann hast Du meinen Respekt. Wenn nicht, dann sei zukünftig etwas zurückhalender in Deinen allgemein diffamierenden Äußerungen. Sogenannte "Parasiten" gibt es in jeder Gesellschaftsschicht.

Liebe Grüße,
Mary
Liebe Grüße,
Mary


Wohl dem, der sich traut, selber zu denken und eigenverantwortlich zu handeln!
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Ritchen am Mittwoch 28. Juli 2010, 14:11

AndreaB hat geschrieben:Und warum sollte ein Hartz 4-ler mit arbeitsloser Frau und 2 Kindern noch arbeiten gehen, wenn er 1.600,- € zum Leben und Wohnen bekommt.


Das macht mich richtig wütend. Ich bin Gastronomin, komme aus Ostdeutschland, lebe aber seit 10 Jahren in der Schweiz. Ich habe schon überlegt wieder zurück zu gehen und mich informiert, wie die Löhne in der Gastro so sind. Brutto: 1'500 EUR! Und alle die, die wissen, wie schwer man in der Branche arbeitet ist das geradezu lächerlich! Auch hier in der Schweiz ist der Lohn in der Gastro nicht hoch und die Lebensunterhaltungskosten sind nicht gerade billig. Aber hier hat man die Möglichkeit doch ein klitze kleines bisschen zur Seite zu legen, wenn man wirklich sparsam ist. Aber mir würde NIE einfallen nicht zu arbeiten, nur weil die Unterstützung höher ist als der Lohn den ich bekomme, wenn ich arbeiten gehe.

Mary Brickenkamp hat geschrieben:Des Weiteren wird heute ein Höchstmaß auch an örtlicher Flexibilität erwartet. Hast Du das nicht, bist Du ganz schnell Hartz4-Empfänger, auch wenn Du vorher über 20 Jahre Filialleiter einer Supermarktkette warst. Ich kenne so einen Fall. Der Mann hat mit etwa 50 nur die Wahl entweder vielleicht bis zur Rente mit seiner Frau eine Wochenend-Ehe zu führen, weil die Arbeitsstelle 300 km von hier weg ist, oder dem Hartz4 entgegenzusehen. Und nein, liebe Klara, seine Frau hat hier eine Arbeitsstelle und wird sich hüten diese freiwillig aufzugeben, denn ab 45 gehörst Du stellenmäßig nicht mehr zu dem gefragtesten Personal.


Meine Eltern machen das seit bereits 15 Jahren! Und sie haben noch ein paar Jährchen bis zur Rente. Aber es funktioniert gut. Mein Vater arbeitet unter der Woche wo anders und ist am Wochenende daheim. Klar ist das vielleicht nicht das idealste, aber immer noch eine machbare Lösung. Auch ich hatte mich entschieden wieder ins Ausland zu gehen, da ich hier einfach die besseren Chancen zum arbeiten habe. Und ja, es ist oftmals sehr hart, denn ich vermisse meine Familie von Zeit zu Zeit schwer und ich kann sie nur 1-2 mal im Jahr besuchen. Also bevor ich arbeitlos bin, nehme ich die Wochenendbeziehung gern in Kauf. Allerdings wird es schwieriger, wenn kleine Kinder im Spiel sind.


Gruss, Rita
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Klara am Mittwoch 28. Juli 2010, 21:26

Nera hat geschrieben:Das was du hier vertrittst ist eine auswendig gelernte Ideologie. Du nimmst das Thema also immer noch nicht ernst und weigerst dich wehement, die Realität wahrzunehmen. Die Realität kann man nicht erkennen indem man Theorien und Meinungen Anderer auswendig lernt.


Tzz....
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Klara am Mittwoch 28. Juli 2010, 21:41

Ich finde es sehr bedenklich eine solche Aussage, die Arbeitslosen ganz allgemein ein parasitäres Verhalten unterstellt, hier stehen zu lassen Deshalb bitte ich Dich hiermit, liebe Brigitte, diesen Satz zu löschen.


Wo liest Du in meinem Satz eine pauschale Unterstellung? Ich habe doch nur zum Ausdruck gebracht, dass parasitäres Verhalten, WENN ES AUFTRITT, amtlich sanktioniert werden müsse!!! Nirgends steht, dass jeder Arbeitslose dem Schmarotzertum zuzuordnen ist, oder?

Zur Korrektur eines parasitären Verhaltens, WENN ES AUFTRITT, müssen gesetzlich verordnete monetäre Kürzungen erfolgen oder siehst Du das anders? Denkst Du, es wäre ein kulturelles Vorbild, bewusst und willentlich auf Staatskosten zulasten Dritter zu leben? So wie dieser Arno Dübel?

Ich denke, dieses Forum sollte nicht zur Förderung einer solchen Entwicklung mißbraucht werden dürfen.


Ich weise vehement zurück, eine Polarisierung zu initiieren!!!

Wozu muss unser abgedankter Bundespräsident für den Rest seines Lebens eine Pension von 230.000 €/Jahr aus Steuermitteln beziehen und das, obwohl er noch nicht einmal die vorgesehene Zeit dem Staat gedient hat?


Und selbstverschuldet aus dem Amt geschieden ist wegen inakzeptabler Aussagen. Auf diese Weise finanzieren wir den glorreichen Lebensabend vieler ehemaliger Politiker. Ich spreche mich gegen die unsagbare Höhe dieser staatlichen Fehlinvestition aus!

Wozu brauchen wir 622 Bundestagsabgeordnete? Die Hälfte, also 311, wären vollends ausreichend, wie wir durch andere Wirtschaftsmächte wissen können! Mehrere 100 Millionen könnten durch eine solche Halbierung eingespart werden im Jahr.

Er ist abgedankt, weil er sich mißverstanden fühlte. Jamei.... Wenn jeder Arbeitnehmer, der sich ungerechtfertigt angewartscht fühlt, die Brocken hinschmisse,wo kämen wir dahin?! Ich möchte nicht wissen, wieviele Menschen schweres Mobbing auszuhalten versuchen, um nicht in Hartz4 zu kommen ihre ohnehin bescheidenen Rentenansprüche zu gefährden.


Was in historischen Zeiten Adel und Klerus waren, sind heute Politiker und Bürokraten. Ihre völlig ungerechtfertigen Privilegien sind daher unantastbar. Ich plädiere im Allgemeinen dafür, die Pensionen bürokratischer Beamter gänzlich abzuschaffen. Sie können gerne selbst in die Rentenkassen einzahlen.

Ich empfehle Dir wirklich bestrebt zu sein, eine differenzierte Sicht zu erlangen. Du hast Dich als Noch-Schülerin hier geoutet. Gehst Du auch jede Ferien einen unbezahlten Job nach, um denen, die Dir die Bildung ermöglichen, etwas zurückzugeben?


Nein, ich lebe auch nicht auf Kosten anderer, fremder Menschen.
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von DURUS am Mittwoch 28. Juli 2010, 23:46

Interessante Argumente, die hier von allen Wortführern eingebracht wurden. Viele Wahrheiten aber auch viel Unfug, der hier angeführt wurde. Auch mir ist es nicht möglich die Problemhintergründe dieser Gesellschaft und deren Lösungen komplett aufzuzeigen. Selbst wenn ich das könnte wäre ich kein gemachter Mann, weil es genügend einflussreiche Machthaber gibt, die ein riesiges Interesse am Fortbestand des Jetzigen haben und auch dafür sorgen werden.

Tatsache ist, dass in den letzten Jahren die Gewinne der global aggierenden und sonstigen Unternehmen optimiert wurden, während die Einkommen der Arbeitnehmer geschrumpft sind. Es lohnt sich für immer mehr Arbeitnehmer immer weniger überhaupt arbeiten zu gehen. Dieses frühere Denken und Praktizieren - 40 Jahre fleißig arbeiten, sein Schäfchen ins Trockene bringen und dann seinen Lebensabend genießen können - funktioniert kaum noch.

Das größte Problem ist, so glaube ich, die Art des Geldsystems. Das gab es schon immer, hat aber enorme Ausmaße angenommen und sorgte historisch regelmäßig für ein Auf- und Ab und entsprechende Krisen. Es sorgt regelmäßig dafür, dass wenige Menschen immer schneller immer reicher und viele Menschen immer schneller immer ärmer werden. Die Kluft zwischen arm und reich wird immer schneller immer größer. Wenn also wenige Geld mit Geld verdienen, ohne Sachwerte als Gegenwert zu schaffen, erfolgt regelmäßig ein/e Werteverfall/Inflation. Albert Einstein bezeichnete das/den Verdoppelungsprinzip/Zinseszinseffekt nicht umsonst als "Das achte Weltwunder".

Da bin ich Letztens auf eine interessante Internetseite gestoßen, die die Hintergründe gut veranschaulicht und möglicherweise Lösungen aufzeigt. Ich betone, ich bin kein Vertreter oder Lobbyist dieser Seite. Ich fand lediglich die Gedankengänge dahinter recht interessant und es erscheint mir doch recht logisch.

Vielleicht könnt Ihr damit auch was anfangen, ich hoffe es jedenfalls.

MfG
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von DURUS am Donnerstag 29. Juli 2010, 00:02

Hier natürlich noch der Link: http://www.humanwirtschaftspartei.de/

MfG
DURUS (Frank)
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Mary Brickenkamp am Donnerstag 29. Juli 2010, 09:23

Liebe Klara, :)

Klara hat geschrieben:
Ich finde es sehr bedenklich eine solche Aussage, die Arbeitslosen ganz allgemein ein parasitäres Verhalten unterstellt, hier stehen zu lassen Deshalb bitte ich Dich hiermit, liebe Brigitte, diesen Satz zu löschen.


Wo liest Du in meinem Satz eine pauschale Unterstellung?

Einfach hier:

Klara hat geschrieben:Parasitäres Verhalten auf Seiten der Arbeitslosen muss daher zwingend mit diversen Sanktionen geahndet werden.


Es kam offenbar nicht nur bei mir so verallgemeinernd an. Deine Beiträge zu diesem Thema lassen den Eindruck entstehen, dass Du der Meinung bist, kaum jemand müsse Hartz4-Empfänger sein, wenn er nicht wolle. Lies Dir Deine Beiträge in diesem Thread mal diesbezüglich durch. ;)

Ich habe doch nur zum Ausdruck gebracht, dass parasitäres Verhalten, WENN ES AUFTRITT, amtlich sanktioniert werden müsse!!! Nirgends steht, dass jeder Arbeitslose dem Schmarotzertum zuzuordnen ist, oder?

Du hast diese Aussagen aber auch nicht eingeschränkt. Das kleine Wörtchen "Etwaiges...." hätte Klarheit geschaffen. Ich habe gleich in meinem ersten Beitrag zum Thema versucht klarzustellen, dass es eben auch diejenigen, wie ich meine, gibt, mehrheitlich gibt, welche lieber arbeiten gingen. Aber - und das muss ganz klar sein - wenn Arbeitgeber den Arbeitnehmern weniger für ihre Arbeit bezahlen als der festgesetzte Sozialsatz ist und diese dann trotzdem noch staatliche Unterstützung benötigen, die dann auf Hartz4-Niveu aufgestockt wird, dann ist eine tendenziell zu beobachtende Arbeitsunwilligkeit doch vorprogrammiert, oder?

Und wisst Ihr, was ich besonders schlimm finde: In den Behörden, kirchlichen Einrichtungen greift diese Unter-Hartz4-Entlohnung ebenfalls im zunehmenden Maße um sich. Und schon müssen sie das, was in einem Topf fehlt aus einem anderen Topf rausnehmen. :roll: Dies wirkt sich natürlich sehr motivierend auf das Niedrig-Entlohnungsverhalten der Arbeitgeber in der "freien" Wirtschaft aus. :roll:

Anstatt zu denken: "Die Hartz4-Empfänger kriegen mehr als viele Geringverdiener" und deshalb diesen Menschen an der desolaten Situation quasi die Schuld zu geben, sollte der Staat sich wirklich regulierend auf dem Arbeitsmarkt einbringen. Kann er aber nicht, weil er selber das praktiziert, was er in der freien Wirtschaft eindämmen müsste, wäre er an einem Fortbestand des Sozialsystem interressiert.


Weder vor diesem Satz, noch in diesem Satz, noch nachher hast Du diese Aussage relativiert, so wie jetzt. :)

Zur Korrektur eines parasitären Verhaltens, WENN ES AUFTRITT, müssen gesetzlich verordnete monetäre Kürzungen erfolgen oder siehst Du das anders?

Nein. :)

Denkst Du, es wäre ein kulturelles Vorbild, bewusst und willentlich auf Staatskosten zulasten Dritter zu leben? So wie dieser Arno Dübel?

Nein. Ich möchte nur dem sich allgemein entwickelnden Bild Einhalt gebieten, jeder Hartz4-Empfänger hieße mit Zunamen "Dübel". :(

Ich denke, dieses Forum sollte nicht zur Förderung einer solchen Entwicklung mißbraucht werden dürfen.


Ich weise vehement zurück, eine Polarisierung zu initiieren!!!

Damit ist Vieles geklärt, liebe Klara. :) Im RL wäre die Diskussion sicher schneller in diese klärende Richtung gegangen.

Ich muss los. Schreibe später weiter.

Liebe Grüße,
Mary


Wozu muss unser abgedankter Bundespräsident für den Rest seines Lebens eine Pension von 230.000 €/Jahr aus Steuermitteln beziehen und das, obwohl er noch nicht einmal die vorgesehene Zeit dem Staat gedient hat?


Und selbstverschuldet aus dem Amt geschieden ist wegen inakzeptabler Aussagen. Auf diese Weise finanzieren wir den glorreichen Lebensabend vieler ehemaliger Politiker. Ich spreche mich gegen die unsagbare Höhe dieser staatlichen Fehlinvestition aus!

Wozu brauchen wir 622 Bundestagsabgeordnete? Die Hälfte, also 311, wären vollends ausreichend, wie wir durch andere Wirtschaftsmächte wissen können! Mehrere 100 Millionen könnten durch eine solche Halbierung eingespart werden im Jahr.

Er ist abgedankt, weil er sich mißverstanden fühlte. Jamei.... Wenn jeder Arbeitnehmer, der sich ungerechtfertigt angewartscht fühlt, die Brocken hinschmisse,wo kämen wir dahin?! Ich möchte nicht wissen, wieviele Menschen schweres Mobbing auszuhalten versuchen, um nicht in Hartz4 zu kommen ihre ohnehin bescheidenen Rentenansprüche zu gefährden.


Was in historischen Zeiten Adel und Klerus waren, sind heute Politiker und Bürokraten. Ihre völlig ungerechtfertigen Privilegien sind daher unantastbar. Ich plädiere im Allgemeinen dafür, die Pensionen bürokratischer Beamter gänzlich abzuschaffen. Sie können gerne selbst in die Rentenkassen einzahlen.

Ich empfehle Dir wirklich bestrebt zu sein, eine differenzierte Sicht zu erlangen. Du hast Dich als Noch-Schülerin hier geoutet. Gehst Du auch jede Ferien einen unbezahlten Job nach, um denen, die Dir die Bildung ermöglichen, etwas zurückzugeben?


Nein, ich lebe auch nicht auf Kosten anderer, fremder Menschen.
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Liebe Grüße,
Mary


Wohl dem, der sich traut, selber zu denken und eigenverantwortlich zu handeln!
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Amelia am Donnerstag 29. Juli 2010, 10:52

Es wird immer Arno Dübels geben in dieser Welt. Aber statt solche Menschen mit Kürzungen zu bestrafen, können und sollten wir sie einfach mit durchziehen, so wie es ja auch praktiziert wird. Ich weiß aus Erfahrung, dass Arno Dübels meist gar nicht mehr arbeitsFÄHIG sind. Ihnen deshalb ArbeitsUNWILLIGKEIT zu unterstellen und Geldkürzungen zuzumuten, finde ich schlichtweg falsch und ungerechtfertigt.

Kümmern wir uns lieber um die Menschen, die tatsächlich einfach nur ihre Motivation verloren haben, ihre Zeit, zumindest zum Teil, mit Arbeit zu verbringen.
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Re: Wenig Geld - trotzdem Urkost möglich?

von Klara am Donnerstag 29. Juli 2010, 12:18

Amelia hat geschrieben:Es wird immer Arno Dübels geben in dieser Welt. Aber statt solche Menschen mit Kürzungen zu bestrafen, können und sollten wir sie einfach mit durchziehen, so wie es ja auch praktiziert wird. Ich weiß aus Erfahrung, dass Arno Dübels meist gar nicht mehr arbeitsFÄHIG sind. Ihnen deshalb ArbeitsUNWILLIGKEIT zu unterstellen und Geldkürzungen zuzumuten, finde ich schlichtweg falsch und ungerechtfertigt.


Ich vertrete die Meinung, die Toleranz gegenüber asozialem, parasitären Haltungen kann und soll kein kulturelles Ideal sein/werden! Eine solche Duldsamkeit lädt ja geradezu das schamlose Schmarotzertum ein!

Eine im Raume Hannover durchgeführte Kontrolle ergab, dass von insgesamt 487 Empfängern von Sozialleistungen 262 zu beanstanden waren, also mehr als die Hälfte. Das ist skandalös viel und stellte eine Milliardenbelastung zulasten der gesamten BRD dar, würde man diese Zahlen auf ganz Deutschland übertragen.

Kümmern wir uns lieber um die Menschen, die tatsächlich einfach nur ihre Motivation verloren haben, ihre Zeit, zumindest zum Teil, mit Arbeit zu verbringen.


Dazu sollen ja bspw. diverse Qualifikationsmaßnahmen dienen, die allerdings von den Betroffenen auch entsprechend wahrgenommen werden müssen...
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