Akelei

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Akelei

von Ludmilla01de am Montag 16. Juni 2014, 11:29

Hallo zusammen,

hat hier eine(r) Erfahrungen mit Akelei gemacht ? Im Internet wird viel blabla geschrieben. Nun möchte ich wissen, ob wirklich "giftig" oder nicht. Die Eibe - samt Frucht - wird als "tödlich" dargestellt, aber wie viele hier auch wissen, ist die Frucht (ohne Kern) super lecker.

http://www.br.de/themen/ratgeber/inhalt ... ig166.html
Viele Grüße aus EN, Petra
Ludmilla01de
 
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Re: Akelei

von Lerche am Donnerstag 19. Juni 2014, 11:51

Hallo Petra,
also Akeleiblätter habe ich schon in kleinen Mengen gegessen, ich lebe noch ;) Bei den Blüten bin ich bisher nicht auf die Idee gekommen, sie zu futtern, daran freu ich mich immer nur!
Bei Wikipedia sind nur die Samen als "giftige Substanzen enthaltend" beschrieben. Ansonsten wurde die Akelei durchaus auch roh verspeist. In meinen Pflanzenbüchern mit essbaren Wildpflanzen kommt die Akelei nicht vor, warum auch immer. An Pflanzen, wo ich nicht ganz sicher bin, ob sie mir gut tun, freue ich mich, dass hat auch eine positive Wirkung :D
Lieben Gruß
Lerche
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Re: Akelei

von Ludmilla01de am Montag 23. Juni 2014, 11:22

Liebe Lerche,

danke für deine Antwort. Werde mal ein paar Blätter naschen gehen. Die Akalei wächst gut in meinem Garten und ist auch sehr schön anzusehen :-)

Ich habe festegestellt, dass sehr viele Pflanzenbücher, Pflanzen als "giftig" einstüfen, obwohl sie es nicht sind, z.B., Waldsauerklee.
Manchmal wirken diese Bücher eher abschreckend, daher frage ich ganz gerne hier im Forum nach.

Liebe Grüße, Petra
Viele Grüße aus EN, Petra
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Re: Akelei

von Lerche am Mittwoch 25. Juni 2014, 07:57

Und....haben die Akeleiblätter geschmeckt?? Was die Bücher angeht: Die Autoren sichern sich halt ab, wenn sie ob der Wirkung nicht ganz sicher sind, damit sie bei Unwohlsein eines Probanden keinen Prozess am Hals haben! Bei Pflanzen ist es grundsätzlich so, dass man sie in sehr kleinen Mengen probieren kann. Dann aber immer alleine, feste kauen und einen Moment im Mund behalten. Wenn sie dann sehr ekelig sind, schnell ausspucken. Wenn man weiß, dass sie giftig sind, natürlich nicht probieren :lol: :lol:
Ja, das Forum ist für solche Fragen ein tolles Medium!!!!!
Einen schönen Tag!
Lieben Gruß
Lerche
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Re: Akelei

von Brigitte Rondholz am Sonntag 29. Juni 2014, 21:43

Lerche hat geschrieben:Hallo Petra,
also Akeleiblätter habe ich schon in kleinen Mengen gegessen, ich lebe noch ;) Bei den Blüten bin ich bisher nicht auf die Idee gekommen, sie zu futtern, daran freu ich mich immer nur!


Ja, sehe ich auch so... :knuddel:
noch ein paar Gedanken dazu von mir auf die Schnelle.
Schon vor Jahrzehnten warnte Loki Schmidt vor dem Aussterben der wilden Pflanzen. Damals konnte ich mir da noch einen Reim drauf machen. Aber seit über zwanzig Jahren beobachte auch ich einen nicht mehr zu übersehenden Rückgang der wilden Pflanzen. Die aggressive Agarpraxis, das stupide von den Gemeinden angeordnete Absäbeln aller Grünflächen und Straßenränder, Herbizide, Monokulturen etc. geben dem Wildwuchs den Rest.

Wenn wir als Naturköstler da nicht umsichtig und vorbildlich mit den wilden Pflanzen umgehen, wer dann? Bedenkt immer, wenn wir Vorbild sein wollen, müssen wir unser Verhalten auch massenkompatibel machen. Denkt auch an die Insekten und Bienen. Ich pflücke für meinen Bedarf grundsätzlich keine eher selten wachsenden Blumen. Ich pflücke (vorsichtig!) nur Massenblüher (alle Kleesorten, Löwenzahn, Brennnesseln, Giersch etc.), die sich nach dem Pflücken um so besser wieder ausbreiten. Dazu kommt:
Die Akelei enthält Blausäure-Glykoside in geringen Mengen und ist dadurch schwach giftig. Es kann zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall bis zu Atemnot kommen.

Natürlich gibt es auch diese Annekdoten:
„Es hieß sogar, daß die aphrodisischen Kräfte der Akelei-Samen schon bei bloßer Berührung übertragen werden konnten. Lt. Rätsch zerrieb dazu der Mann die Samen zu einem feinen Pulver, mit dem er sich die Handflächen bestrich.
Berührte er damit eine Frau, war sie sofort derartig sexuell erregt, daß sie ihm sogleich ins Gebüsch folgte.
"

http://www.zauber-pflanzen.de/aquilegia_akelei.htm

Aber auch als Abtreibungsmittel:
http://www.thepoisongarden.co.uk/atoz/a ... atrata.htm

Alles Gründe, sie nicht zu essen.... wer will schon einem Mann unfreiwillig ins Gebüsch folgen! 8-)

Ihr könnt ja mal selber googeln, ich sehe keinen Grund, sie zu essen, erfreut euch lieber wie die Lerche an ihrer filigranen Schönheit. :knuddel:
Beste Grüße - Deine Brigitte
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Die Naturköstler - der Blog oder Mail an:
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Re: Akelei

von Kräuterpädagogin am Donnerstag 3. Juli 2014, 20:11

Hallo liebe Ludmilla,
die Akelei lass lieber Akelei sein - sie ist wie sehr viele Vertreter aus der Familie der Hahnenfußgewächse giftig. Sieh' dir allein nur die Blätter an - oft sieht ein geübter Blick schon auf Anhieb, ob eine Pflanze essbar ist oder nicht!
In dem Fall enthält sie auch tatsächlich ein nicht ungefährliches Alkaloid, sowie cyanogene Glykoside, die die Zellatmung in allen Lebewesen hemmen.

Außerdem vergiss bitte nicht, dass die Akelei eine besonders geschützte Pflanze und -wie ich finde, sowieso viel zu schön zum Essen ist!

Es gibt soooo viele andere Pflanzen, die zuhauf und in großer Menge wachsen - Und selbst, wenn der eine oder andere meint, das mit den Giftstoffen sei totaler Quatsch - Zweifel werden wohl immer bleiben, (Bis mal wieder irgendein Wissenschaftler was anderes behauptet. ;) )
Vielleicht verträgt's der eine auch noch gut - ich zum Beispiel bin erfahrungsgemäß zum Glück sehr robust gegenüber Giftstoffen - den nächsten aber haut's voll vom Hocker (oder Schlimmeres).

Es gbt doch sooooooo viel Auswahl, da muss es doch nicht die schöne "Kaiserglocke" sein :)

Liebe Grüße!
Kräuterpädagogin
 

Re: Akelei

von Kräuterpädagogin am Donnerstag 3. Juli 2014, 20:38

PS: Die Eibe ist aufgrund der enthaltenen Alkaloide tatsächlich tödlich giftig! Es ist allerdings bekannt, dass die Giftstoffe in allen Pflanzenteilen, AUßER dem roten Samenmantel enthalten sind!
Die Info von wegen tödlich ist also nicht verkehrt!
Kräuterpädagogin
 

Re: Akelei

von Kräuterpädagogin am Donnerstag 3. Juli 2014, 20:57

Huch, aus Versehen schon auf "Absenden" gekommen... :oops:
Beim Waldsauerklee ist die eingestufte "schwache Giftigkeit" auf den Oxalsäuregehalt zurückzuführen, die in wirklich seeehr sehr großen Dosen schädlich ist.
Ich will euch nur nahelegen, immer zu überprüfen, WARUM eine Pflanze als giftig eingestuft wird, also aufgrund welcher Stoffe! Dann könnt ihr euch informieren und selbst ein Bild machen! Dann kann man auch die Risiken selbst abschätzen.

In vielen Büchern werden altbewährte Pflanzen wie Huflattich oder Beinwell als giftig beschrieben, da die in diesen Pflanzen vor ein paar Jahren die enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide näher untersucht wurden und durch - zugegeben: sehr fragwürdige Versuche - eine potenzielle Giftigkeit dieser festgestellt wurde. Auch hier: Die Dosis macht's. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte das Zeug halt nicht jeden Tag kiloweise vertilgen ;)
Sogar Löwenzahn habe ich schon als giftig eingeschätzt gesehen, zum Einen weil hier ebenfalls Pyrrolizidinalkaloide vermutet werden, zum anderen geht dies vermutlich auf den alten Irrglauben zurück, dass generell alle Pflanzen, die Milchsaft enthalten, giftig seien (Weil der Milchsaft in Wolfsmilchgewächsen giftig ist, schloss man einfach darauf-Außerdem hinterließ der Saft schwer lösliche Flecken in der Kleidung, weshalb vermutlich viele Hausfrauen ihren Kinder vorbeugend die Giftigkeit dieser oft essbaren Pflanzen einbläuten...)

Ebenso Sauerampfer (Oxalsäure)... oder Mahonien-Früchte, die mit der Berberitze verwandt und sehr sehr lecker sind, wie ich finde, gelten als "giftverdächtig", was sich aber bisher nicht bestätigt hat. - und zig andere Pflanzen; eine eigene Einschätzung kann man daher am besten gewinnen, wenn man sich die vermeintlichen oder tatsächlichen Giftstoffe einmal genauer anschaut :mrgreen:
Kräuterpädagogin
 


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