Bioschlachthaus!?

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Bioschlachthaus!?

von Horst E am Montag 5. August 2013, 14:37

Vorsicht nichts für Kinder&Jugendliche: http://www.youtube.com/watch?v=_vQcRAa6R4A
Horst E
 
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Re: Bioschlachthaus!?

von Horst E am Sonntag 18. August 2013, 13:21

ch vergrabe die Hände in den Taschen, zwinge mich zu einem freundlichen Gesicht und dazu, dem Direktor des Schlachthofes zuzuhören, der mir eben erklärt, dass man längst keine Lebenduntersuchung mehr vornimmt, nur eine Lebendbeschau. 700 Schweine pro Tag, wie sollte das auch gehen. ‚Es sind eh keine kranken Tiere dabei. Die würden wir sofort zurückschicken, und das kostet den Anlieferer eine empfindliche Strafe. Das macht der einmal und dann nicht wieder.‘ Ich nicke pflichtschuldig – durch, nur durchhalten, du mußt diese sechs Wochen hinter dich bringen –, was passiert mit kranken Schweinen? ‚Da gibt es einen ganz speziellen Schlachthof.‘ Ich erfahre einiges über die Transportverordnungen, und wieviel genauer man es heutzutage mit dem Tierschutz nimmt. Das Wort, an diesem Ort gesprochen, klingt makaber. Inzwischen hat sich der vielstimmig grunzende und quiekende Doppeldecktransporter unter uns bis an die Rampe heranrangiert. Einzelheiten sind in der morgendlichen Dunkelheit kaum auszumachen; die Szenerie hat etwas Unwirkliches und gemahnt an jene gespenstischen Wochenschauen aus dem Krieg, an graue Waggonreihen voller ängstlicher bleicher Gesichter an Laderampen, über die geduckte Menschenmengen von gewehrtragenden Männern getrieben werden. Plötzlich bin ich mittendrin. So etwas träumt man in bösen Träumen, aus denen man schweißgebadet aufschreckt: Inmitten wabernden Nebels, in Eiseskälte und schmutzigem Zwielicht dieses unnennbar böse Bauwerk, dieser flache, anonyme Klotz aus Beton und Stahl und weißen Kacheln, ganz hinten am frosterstarrten Waldrand; hier geschieht das Unaussprechliche, wovon niemand wissen will.

Die Schreie sind das erste, was ich höre an jenem Morgen, als ich eintreffe, um ein Pflichtpraktikum anzutreten, dessen Verweigerung für mich fünf verlorene Studienjahre und das Scheitern aller Zukunftspläne bedeutet hätte. Aber alles in mir – jede Faser, jeder Gedanke – ist Verweigerung, ist Abscheu und Entsetzen und das Bewußtsein nicht steigerbarer Ohnmacht: Zusehen müssen, nichts tun können, und sie werden dich zwingen mitzumachen, dich ebenfalls mit Blut zu besudeln. Schon aus der Ferne, als ich aus dem Bus steige, treffen die Schreie der Schweine mich wie ein Messerstich. Sechs Wochen lang werden sie mir in den Ohren gellen, Stunde für Stunde, ohne Unterlaß. Durchhalten. Für dich ist es irgendwann zu Ende. Für die Tiere nie.
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Re: Bioschlachthaus!?

von Horst E am Sonntag 18. August 2013, 13:23

Ein kahler Hof, einige Kühltransporter, Schweinehälften am Haken in einer grell erleuchteten Türe. Alles peinlich sauber. Das ist die Vorderfront. Ich suche nach dem Eingang, er ist seitlich gelegen. Zwei Viehtransporter fahren an mir vorbei, gelbe Scheinwerfer im Morgendunst. Mir weist ein fahles Licht den Weg, erleuchtete Fenster. Ein paar Stufen, dann bin ich drinnen, und jetzt ist alles nur weiß gekachelt. Keine Menschenseele zu sehen. Ein weißer Gang, – da, der Umkleideraum für Damen. Fast sieben Uhr, ich ziehe mich um: weiß, weiß, weiß. Der geliehene Helm schaukelt grotesk auf den glatten Haaren. Die Stiefel sind zu groß. Ich schlurfe wieder in den Gang, stoße beinahe mit dem zuständigen Veterinär zusammen. Artige Begrüßung. ‚Ich bin die neue Praktikantin.‘ Bevor es losgeht, die Formalitäten. ‚Ziehen Sie sich mal was Warmes an, gehen Sie zum Direktor und geben Sie Ihr Gesundheitszeugnis ab. Dr. XX sagt Ihnen dann, wo Sie anfangen.‘

Der Direktor ist ein jovialer Herr, der mir erst einmal von den guten alten Zeiten erzählt, als der Schlachthof noch nicht privatisiert war. Dann hört er leider damit auf und beschließt, mich persönlich herumzuführen. Und so komme ich also auf die Rampe. Rechter Hand kahle Betongevierte, von eisigen Stahlstangen umgeben. Einige sind bereits mit Schweinen gefüllt. ‚Wir beginnen hier um fünf Uhr morgens.‘ Geschubse, hier und da Kabbeleien, ein paar neugierige Rüssel schieben sich durch die Gitter, pfiffige Augen, andere unstet und verwirrt. Eine große Sau geht beharrlich auf eine andere los; der Direktor angelt nach einem Stock und schlägt sie mehrfach auf den Kopf. ‚Die beißen sich sonst ganz böse.‘ Unten hat der Transporter die Holzklappe heruntergelassen, die vordersten Schweine schrecken vor dem wackeligen und abschüssigen Übergang zurück, doch von hinten wird gedrängelt, da ein Treiber dazwischen geklettert ist und kräftige Hiebe mit einem Gummischlauch austeilt. Ich werde mich später nicht mehr wundern über die vielen roten Striemen auf den Schweinehälften.

‚Der Elektrostab ist für Schweine inzwischen verboten‘, doziert der Direktor. Einige Tiere wagen strauchelnd und unsicher die ersten Schritte, dann wogt der Rest hinterher, eins rutscht mit dem Bein zwischen Klappe und Rampe, kommt wieder hoch, hinkt weiter. Sie finden sich zwischen Stahlverstrebungen wieder, die sie unentrinnbar in einen noch leeren Pferch führen.
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Re: Bioschlachthaus!?

von Horst E am Sonntag 18. August 2013, 13:26

Wenn es um eine Ecke geht, verkeilen sich die vorderen Schweine, alle stecken fest, und der Treiber flucht wütend und drischt auf die hintersten ein, die panisch versuchen, auf ihre Leidensgenossen zu springen. Der Direktor schüttelt den Kopf. ‚Hirnlos. Einfach hirnlos. Wie oft habe ich schon gesagt, dass es doch nichts bringt, die hintersten zu prügeln!‘ Während ich noch wie erstarrt dieses Schauspiel verfolge – das ist bestimmt alles nicht wahr – du träumst –, wendet er sich ab und begrüßt den Fahrer eines weiteren Transportes, der neben den anderen gefahren ist und sich jetzt zum Ausladen bereit macht. Warum es hier viel schneller, aber auch mit noch viel mehr Geschrei vonstatten geht, sehe ich erst, als hinter den emporstolpernden Schweinen ein zweiter Mann aus dem Laderaum auftaucht, denn was nicht schnell genug ist, wird von ihm mit Elektroschocks bedacht. Ich starre den Mann an, dann den Direktor, und dieser schüttelt ein weiteres Mal den Kopf: ‚Also, Sie wissen doch, das ist bei Schweinen jetzt verboten!‘ Der Mann blickt ungläubig, dann steckt er das Gerät in die Tasche.

Von hinten stupst mich etwas in die Kniekehle, ich fahre herum und blicke in zwei wache blaue Augen. Viele Tierfreunde kenne ich, die enthusiastisch schwärmen von den ach so seelenvollen Katzenaugen, dem treuen Hundeblick, – wer spricht von der Intelligenz und Neugier in den Augen eines Schweines? Ich werde diese Augen sehr bald noch anders kennenlernen: Stumm schreiend vor Angst, von Schmerzen stumpf, und dann blicklos, gebrochen, aus den Höhlen gerissen, über den blutverschmierten Boden kollernd. Messerscharf streift mich ein Gedanke, den ich in den folgenden Wochen monoton noch viele hundert Male im Geiste wiederholen werde: Fleischessen ist ein Verbrechen – ein Verbrechen: ...

Danach ein kurzer Rundgang durch den Schlachthof, im Pausenraum beginnend. Eine offene Fensterfront zur Schlachthalle, in unendlicher Folge schweben am Fließband fahle, blutige Schweinehälften vorbei. Dessen ungeachtet sitzen zwei Angestellte beim Frühstück. Wurstbrot. Die weißen Kittel der beiden sind blutverschmiert, unter einem Gummistiefel hängt ein Fetzen Fleisch. Hier ist der unmenschliche Lärm noch gedämpft, der mir wenig später ohrenbetäubend entgegenschlägt, als ich in die Schlachthalle geführt werde. Ich fahre zurück, weil eine Schweinehälfte scharf um die Ecke saust und gegen die nächste klatscht. Sie hat mich gestreift, warm und teigig. Das ist nicht wahr – das ist absurd – unmöglich.
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Re: Bioschlachthaus!?

von Horst E am Sonntag 18. August 2013, 13:29

Alles zugleich stürzt auf mich ein. Schneidende Schreie. Das Kreischen von Maschinen. Blechgeklapper. Der durchdringende Gestank nach verbrannten Haaren und versengter Haut. Der Dunst von Blut und heißem Wasser. Gelächter, unbekümmerte Rufe. Blitzende Messer, durch Sehnen gebohrte Fleischerhaken, daran hängende halbe Tiere ohne Augen und mit zuckenden Muskeln. Fleischbrocken und Organe, die platschend in eine mit Blut gefüllte Rinne fallen, so dass der eklige Sud an mir hochspritzt. Fettige Fleischfasern am Boden, auf denen man ausrutscht. Menschen in Weiß, von deren Kitteln das Blut rinnt, unter den Helmen oder Käppis Gesichter, wie man sie überall trifft: in der U-Bahn, im Kino, im Supermarkt. Unwillkürlich erwartet man Ungeheuer, aber es ist der nette Opa von nebenan, der flapsige junge Mann von der Straße, der gepflegte Herr aus der Bank. Ich werde freundlich begrüßt. Der Direktor zeigt mir rasch noch die heute leere Rinderschlachthalle – „Rinder sind dienstags dran!“ –, übergibt mich dann einer Dame und enteilt; er hat zu tun. ‚Die Tötungshalle können Sie sich ja selbst mal in aller Ruhe ansehen.‘ Drei Wochen werden vergehen, ehe ich mich dazu überwinde.

Der erste Tag ist für mich noch Galgenfrist. Ich sitze in einem kleinen Zimmerchen neben dem Pausenraum und schnippele Stunde um Stunde kleine Fleischstückchen aus einem Eimer von Proben, den regelmäßig eine blutige Hand aus der Schlachthalle nachfüllt. Jedes Stückchen – ein Tier. Das Ganze wird dann portionsweise zerhäckselt, mit Salzsäure angesetzt und gekocht, für die Trichinenuntersuchung. Die Dame zeigt mir alles. Man findet nie Trichinen, aber es ist Vorschrift.

Am nächsten Tag werde ich dann selbst zu einem Teil der gigantischen Zerstückelungsmaschinerie. Eine rasche Einweisung – ‚Hier, den Rest des Rachenringes entfernen und die Mandibular-Lymphknoten anschneiden. Manchmal hängt noch ein Hornschuh an den Klauen, den dann abmachen.‘ –, und ich schneide drauflos, es muß schnell gehen, das Band läuft weiter, immer weiter. Über mir werden andere Teile des Kadavers entfernt. Arbeitet der Kollege zu schwungvoll oder staut sich in der Rinne von mir zuviel blutiger Sud, spritzt mir der Brei bis ins Gesicht. Ich versuche, zur anderen Seite auszuweichen, doch da werden mit einer riesigen, wassersprühenden Säge die Schweine zerteilt; unmöglich kann man hier stehen, ohne naß bis auf die Knochen zu werden. Mit zusammengebissenen Zähnen säbele ich weiter, noch muß ich mich zu sehr eilen, um über all das Grauen nachdenken zu können, und außerdem höllisch aufpassen, mir nicht in die Finger zu schneiden.
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Re: Bioschlachthaus!?

von Horst E am Sonntag 18. August 2013, 13:31

Gleich am nächsten Tag leihe ich mir von einer Kommilitonin, die das Ganze schon hinter sich hat, einen Kettenhandschuh. Und höre auf, die Schweine zu zählen, die triefend an mir vorüber gleiten. Auch Gummihandschuhe verwende ich nicht länger. Zwar ist es gräßlich, mit bloßen Händen in den warmen Leichen herumzuwühlen, doch da man sich zwangsläufig bis an die Schultern beschmiert, läuft das klebrige Gemisch der Körperflüssigkeiten ohnehin in die Handschuhe hinein, so dass man sie sich auch sparen kann. Wozu drehen sie noch Horrorfilme, wenn es das hier gibt?

Bald ist das Messer stumpf. ‚Geben Sie her – ich schleif Ihnen das mal!‘ Der nette Opa, in Wahrheit ein altgedienter Fleischbeschauer, zwinkert mir zu. Nachdem er das geschärfte Messer zurückgebracht hat, schwätzt er ein bißchen herum, erzählt mir einen Witz und geht wieder an die Arbeit. Er nimmt mich auch künftig ein bißchen unter seine Fittiche und zeigt mir manchen kleinen Trick, der die Fließbandarbeit erleichtert. ‚Gell? Ihnen gefällt das hier alles nicht. Sehe ich doch. Aber da muß man nun mal durch.‘ Ich kann ihn nicht unsympathisch finden, er gibt sich große Mühe, mich etwas aufzuheitern. Auch die meisten anderen sind sehr bemüht zu helfen; sicher machen sie sich lustig über die vielen Praktikanten, die hier kommen und gehen, die erst schockiert, dann mit zusammengebissenen Zähnen ihre Zeit ableisten. Aber sie tun es gutmütig, Schikanen gibt es nicht. Es gibt mir zu denken, dass ich – von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen – die hier arbeitenden Leute gar nicht als Unmenschen empfinden kann, sie sind nur abgestumpft, wie auch ich selbst mit der Zeit. Das ist Selbstschutz. Man kann es sonst nicht ertragen. Nein, die wahren Unmenschen sind all jene, die diesen Massenmord tagtäglich in Auftrag geben, die durch ihre Gier nach Fleisch Tiere zu einem erbärmlichen Dasein und einem noch erbärmlicheren Ende – und andere Menschen zu einer entwürdigenden und verrohenden Arbeit zwingen.

Langsam werde ich zu einem kleinen Rädchen in dieser ungeheuren Automatik des Todes. Irgendwann im Verlauf der nicht enden wollenden Stunden werden die eintönigen Handgriffe mechanisch, und mühsam. Fast erstickt durch die ohrenbetäubende Kakophonie (= Mißklang) und die Allgegenwart unbeschreiblichen Grauens, gräbt sich der Verstand aus den Tiefen betäubter Sinne empor und fängt wieder an zu funktionieren. Differenziert, ordnet, versucht zu begreifen. Aber das ist unmöglich.
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Re: Bioschlachthaus!?

von Horst E am Sonntag 18. August 2013, 13:33

Als ich zum ersten Mal bewußt erfasse – am zweiten oder dritten Tag – dass ausgeblutete, abgeflammte und zersägte Schweine noch zucken und mit dem Schwänzchen wackeln, bin ich nicht in der Lage, mich zu bewegen. ‚Sie – sie zucken noch ...‘, sage ich, obwohl ich ja weiß, dass es nur die Nerven sind, zu einem vorübergehenden Veterinär. Der grinst: ‚Verflixt, da hat einer ‘nen Fehler gemacht – das ist noch nicht richtig tot!‘ Gespenstischer Puls durchzittert die Tierhälften, überall. Ein Horrorkabinett. Mich friert bis ins Mark.

Wieder daheim lege ich mich aufs Bett und starre an die Decke. Stunde für Stunde. Jeden Tag. Meine nächste Umgebung reagiert gereizt. ‚Guck nicht so unfreundlich. Lächle mal. Du wolltest doch unbedingt Tierarzt werden.‘ Tierarzt. Nicht Tierschlächter. Ich halte es nicht aus. Diese Kommentare. Diese Gleichgültigkeit. Diese Selbstverständlichkeit des Mordens. Ich möchte, ich muß sprechen, es mir von der Seele reden. Ich ersticke daran. Von dem Schwein möchte ich erzählen, das nicht mehr laufen konnte, mit gegrätschten Hinterbeinen da saß. Das sie solange traten und schlugen, bis sie es in die Tötungsbox hinein geprügelt hatten. Das ich mir hinterher ansah, als es zerteilt an mir vorüber pendelte: beidseitiger Muskelabriß an den Innenschenkeln. Schlachtnummer 530 an jenem Tag, nie vergesse ich diese Zahl. Ich möchte von den Rinderschlachttagen erzählen, von den sanften braunen Augen, die so voller Panik sind. Von den Fluchtversuchen, von all den Schlägen und Flüchen, bis das unselige Tier endlich im eisernen Pferch zum Bolzenschuß bereit steht, mit Panoramablick auf die Halle, wo die Artgenossen gehäutet und zerstückelt werden, – dann der tödliche Schuß, im nächsten Moment schon die Kette am Hinterfuß, die das ausschlagende, sich windende Tier in die Höhe zieht, während unten bereits der Kopf abgesäbelt wird. Und immer noch, kopflos, Ströme von Blut ausspeiend, bäumt der Leib sich auf, treten die Beine um sich ... Erzählen von dem gräßlich schmatzenden Geräusch, wenn eine Winde die Haut vom Körper reißt, von der automatisierten Rollbewegung der Finger, mit der die Abdecker die Augäpfel – die verdrehten, rot geäderten, hervorquellenden – aus den Augenhöhlen klauben und in ein Loch im Boden werfen, in dem der ‚Abfall‘ verschwindet. Von der verschmierten Aluminiumrutsche, auf der alle Innereien landen, die aus dem riesigen geköpften Kadaver gerissen werden, und die dann, bis auf Leber, Herz, Lungen und Zunge – zum Verzehr geeignet – in einer Art Müllschlucker verschwinden.
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Re: Bioschlachthaus!?

von Horst E am Sonntag 18. August 2013, 13:35

Erzählen möchte ich, dass immer wieder inmitten dieses schleimigen, blutigen Berges ein trächtiger Uterus zu finden ist, dass ich kleine, schon ganz fertig aussehende Kälbchen in allen Größen gesehen habe, zart und nackt und mit geschlossenen Augen in ihren schützenden Fruchtblasen, die sie nicht zu schützen vermochten, – das kleinste so winzig wie ein neugeborenes Kätzchen und doch eine richtige Miniatur-Kuh, das größte weich behaart, braunweiß und mit langen seidigen Wimpern, nur wenige Wochen vor der Geburt. ‚Ist es nicht ein Wunder, was die Natur so erschafft?‘ meint der Veterinär, der an diesem Tag Dienst hat, und schiebt Uterus samt Fötus in den gurgelnden Müllschlucker. Und ich weiß nun ganz sicher, dass es keinen Gott geben kann, denn kein Blitz fährt vom Himmel hernieder, diesen Frevel zu rächen, der seinen Fortgang nimmt, wieder und wieder.

Auch für die erbärmlich magere Kuh, die, als ich morgens um sieben komme, krampfhaft zuckend im eisigen, zugigen Gang liegt kurz vor der Tötungsbox, gibt es keinen Gott und niemanden, der sich ihrer erbarmt in Form eines schnellen Schusses. Erst müssen die übrigen Schlachttiere abgefertigt werden. Als ich mittags gehe, liegt sie immer noch und zuckt, niemand, trotz mehrfacher Aufforderung, hat sie erlöst. Ich habe das Halfter, das unbarmherzig scharf in ihr Fleisch schnitt, gelockert und ihre Stirn gestreichelt. Sie blickt mich an mit ihren riesig großen Augen, und ich erlebe nun selbst, dass Kühe weinen können. Die Schuld, ein Verbrechen tatenlos mitanzusehen, wiegt so schwer wie die es zu begehen. Ich fühle mich so unendlich schuldig.

Meine Hände, Kittel, Schürze und Stiefel sind besudelt vom Blute ihrer Artgenossen, stundenlang habe ich unter dem Band gestanden, Herzen und Lungen und Lebern aufgeschnitten, – ‚Bei den Rindern saut man sich immer total ein‘, bin ich bereits gewarnt worden. Das ist es, wovon ich berichten möchte, um es nicht allein tragen zu müssen, – aber im Grunde will es keiner hören. Nicht, dass ich während dieser Zeit nicht oft genug befragt werde. ‚Wie ist es denn so im Schlachthof?‘
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Re: Bioschlachthaus!?

von Horst E am Sonntag 18. August 2013, 13:37

Also, ich könnte das ja nicht!‘ Ich grabe mir mit den Fingernägeln scharfe Halbmonde in die Handflächen, um nicht in diese mitleidigen Gesichter zu schlagen, oder um nicht den Telefonhörer aus dem Fenster zu werfen, – schreien möchte ich, aber längst hat all das, was ich tagtäglich mit ansehe, jeden Schrei in der Kehle erstickt. Keiner hat gefragt, ob ich es kann. Reaktionen auf noch so karge Antworten verraten Unbehagen ob des Themas. ‚Ja, das ist ganz schrecklich, und wir essen auch nur noch selten Fleisch.‘ Oft werde ich angespornt: ‚Beiß die Zähne zusammen, du mußt da durch, und bald hast du es ja hinter dir!‘ Für mich eine der schlimmsten, herzlosesten und ignorantesten Äußerungen, denn das Massaker geht weiter, Tag für Tag. Ich glaube, niemand hat begriffen, dass mein Problem weniger darin bestand, diese sechs Wochen zu überleben, sondern dass dieser ungeheure Massenmord geschieht, millionenfach, – für jeden geschieht, der Fleisch ißt. Besonders jene Fleischesser, die von sich behaupten, Tierfreunde zu sein, werden für mich nun vollends unglaubwürdig.

‚Hör auf – verdirb mir nicht den Appetit!‘ Auch damit bin ich mehr als einmal rigoros abgewürgt worden, gefolgt von der Steigerung: ‚Du bist ein Terrorist! Jeder normale Mensch lacht dich doch aus!‘ Wie allein man sich in solchen Augenblicken vorkommt. Ab und zu sehe ich mir den kleinen Rinderfetus an, den ich mit heim genommen und in Formalin eingelegt habe. Memento mori. Laß sie lachen, die ‚normalen Menschen‘.

Die Dinge abstrahieren sich, wenn man von so viel gewaltsamen Tod umgeben ist; das eigene Leben erscheint unendlich bedeutungslos. Irgendwann blickt man auf die anonymen Reihen zerstückelter Schweine, die mäanderförmig durch die Halle ziehen, und fragt sich: Wäre es anders, wenn hier Menschen hingen? Insbesondere die rückwärtige Anatomie der Schlachttiere, dick und pickelig und rotgefleckt, erinnert verblüffend an das, was an sonnigen Urlaubsstränden fettig unter engen Badehosen hervorquillt. Auch die nicht enden wollenden Schreie, die aus der Tötungshalle herüber gellen, wenn die Schweine den Tod spüren, könnten von Frauen oder Kindern stammen. Abstumpfung bleibt nicht aus. Irgendwann denke ich nur noch, aufhören, es soll aufhören, hoffentlich macht er schnell mit den Elektrozangen, damit es endlich aufhört. ‚Viele Schweine geben keinen Ton von sich‘, hat einer der Veterinäre einmal gesagt, ‚andere stehen eben da und schreien völlig grundlos.‘
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Re: Bioschlachthaus!?

von Horst E am Sonntag 18. August 2013, 13:38

Ich sehe mir auch das an, – wie sie dastehen und ‚völlig grundlos‘ schreien. Mehr als die Hälfte des Praktikums ist vorüber, als ich endlich in die Tötungshalle gehe, um sagen zu können: ‚Ich habe gesehen.‘ Hier schließt sich der Weg, der vorn an der Laderampe beginnt. Der kahle Gang, in den alle Pferche münden, verjüngt sich und führt eine Tür in einen kleinen Wartepferch für jeweils vier oder fünf Schweine. Sollte ich je den Begriff ‚Angst’ bildlich darstellen, ich würde die Schweine zeichnen, die sich hier gegen die hinter ihnen geschlossene Tür zusammendrängen, ich würde ihre Augen zeichnen. Augen, die ich niemals mehr vergessen kann. Augen, in die jeder sehen sollte, den es nach Fleisch verlangt.

Mit Hilfe eines Gummischlauches werden die Schweine separiert. Eines wird nach vorn in einen Stand getrieben, der es von allen Seiten umschließt. Es schreit, versucht nach hinten auszubrechen, und häufig hat der Treiber alle Hände voll zu tun, ehe er endlich mit einem elektrischen Schieber den Stand schließen kann. Ein Knopfdruck, der Boden des Standes wird durch eine Art fahrbaren Schlitten ersetzt, auf dem sich das Schwein rittlings wiederfindet, ein zweiter Schieber vor ihm öffnet sich, und der Schlitten mit dem Tier gleitet hinüber in eine weitere Box. Der daneben stehende Grobschlächter – ich habe ihn insgeheim immer ‚Frankenstein’ genannt – setzt die Elektroden an; eine Dreipunktbetäubung, wie der Direktor mir einst erklärt hat. Man sieht das Schwein sich in der Box aufbäumen, dann klappt der Schlitten weg, und das zuckende Tier schlägt auf einer blutüberströmten Rutsche auf und zappelt mit den Beinen. Auch hier wartet ein Grobschlächter, zielsicher trifft das Messer unter dem rechten Vorderbein, ein Schwall dunklen Blutes schießt hervor, und der Körper rutscht weiter. Sekunden später hat sich bereits eine Eisenkette um ein Hinterbein geschlossen und das Tier empor gezogen, und der Grobschlächter legt das Messer ab, greift nach einer verschmierten Cola-Flasche, die auf dem zentimeterdick mit geronnenem Blut bedeckten Boden steht, und genehmigt sich einen Schluck.

Ich folge den am Haken baumelnden, ausblutenden Kadavern in die ‚Hölle‘. So habe ich den nächsten Raum genannt. Er ist hoch und schwarz, voll von Ruß, Gestank und Feuer. Nach einigen bluttriefenden Kurven erreicht die Schweinereihe eine Art riesigen Ofen. Hier wird entborstet. Von oben fallen die Tiere in einen Auffangtrichter und gleiten in das Innere der Maschine.
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Re: Bioschlachthaus!?

von Horst E am Sonntag 18. August 2013, 13:39

Man kann hinein sehen. Feuer flammt auf, und mehrere Sekunden lang werden die Körper herumgeschüttelt und scheinen einen grotesken Springtanz aufzuführen. Dann klatschen sie auf der anderen Seite auf einen großen Tisch, werden sofort von zwei Grobschlächtern ergriffen, die noch verbliebene Borsten herunterkratzen, die Augäpfel herausreißen und die Hornschuhe von den Klauen trennen. Einen Moment nur dauert dies alles, hier wird im Akkord gearbeitet. Haken durch die Sehnen der Hinterläufe, schon hängen die toten Tiere wieder und gleiten nun zu einem stählernen Rahmen, der wie ein Flammenwerfer konzipiert ist: Ein bellendes Geräusch, und der Tierkörper wird von einem Dutzend Stichflammen eingehüllt und einige Sekunden lang abgeflammt. Das Fließband setzt sich wieder in Bewegung, führt in die nächste Halle, – jene, wo ich schon drei Wochen lang gestanden habe. Die Organe werden entnommen und auf dem oberen Fließband bearbeitet: Zunge durchtasten, Mandeln und Speiseröhre abtrennen und fortwerfen, Lymphknoten anschneiden, Lunge zum Abfall, Luftröhre und Herz eröffnen, Trichinenprobe entnehmen, Gallenblase entfernen und Leber auf Wurmknoten untersuchen. Viele Schweine sind verwurmt, ihre Lebern sind von Wurmknoten durchsetzt und müssen weggeworfen werden. Alle übrigen Organe wie Magen, Darm und Geschlechtsapparat landen im Abfall. Am unteren Fließband wird der Restkörper gebrauchsfertig gemacht: zerteilt, Gelenke angeschnitten, After, Nieren und Flomen entfernt, Gehirn und Rückenmark abgesaugt etc., dann Stempel auf Schulter, Nacken, Lende, Bauch und Keule aufgebracht, gewogen und in die Kühlhalle befördert. Nicht zum Verzehr geeignete Tiere werden ‚vorläufig beschlagnahmt‘. Das Stempeln ist für den ungeübten Schweißarbeit, die lauwarmen, glitschigen Kadaver hängen zum Schluß des Bandes hin sehr hoch, und will man nicht von ihnen erschlagen werden, muß man sich beeilen, denn vor der Waage klatschen die Hälften mit viel Wucht aufeinander.

Wie oft mein Blick in all diesen Tagen zur Uhr schweift, die im Pausenraum hängt, vermag ich nicht zu sagen. Ganz gewiß geht keine Uhr auf der ganzen Welt langsamer als diese. Jeden Vormittag ist zur Halbzeit eine Pause erlaubt, aufatmend eile ich in den Waschraum, reinige mich notdürftig von Blut und Fleischfetzen; mir ist, als ob diese Besudelung und der Geruch für immer an mir haften. Hinaus, nur hinaus.
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Re: Bioschlachthaus!?

von Horst E am Sonntag 18. August 2013, 13:40

Ich habe in diesem Haus nie auch nur einen Bissen essen können. Entweder verbringe ich die Pause, so kalt es auch sein mag, draußen, laufe bis an den Stacheldrahtzaun vor und starre hinüber auf die Felder und den Waldrand, beobachte die Krähen. Oder ich gehe zum jenseits der Straße gelegenen Einkaufszentrum, dort ist eine kleine Bäckerei, wo man sich bei einer Tasse Kaffee aufwärmen kann. Zwanzig Minuten später zurück ans Band.

Fleisch essen ist ein Verbrechen. Kein Fleischesser kann je wieder mein Freund sein. Niemals. Niemals wieder. Jeden, denke ich, jeden der Fleisch ißt, sollte man hier durchschicken, jeder müßte es sehen, von Anfang bis Ende.

Ich stehe hier nicht, weil ich Tierarzt werden will, sondern weil Menschen meinen, Fleisch essen zu müssen. Und nicht nur das allein: Auch, weil sie feige sind. Das steril verschweißte Schnitzel im Supermarkt hat keine Augen mehr, die überquellen vor nackter Todesangst, es schreit nicht mehr. Das alles ersparen sie sich, all jene, die sich von geschändeten Leichen nähren: ‚Also, ich könnte das nicht!‘

Dann, eines Tages, kommt ein Bauer und bringt Fleischproben zur Trichinenuntersuchung. Sein kleiner Bub begleitet ihn, zehn oder elf Jahre alt vielleicht. Ich sehe, wie das Kind seine Nase an der Scheibe platt drückt, und denke: Wenn die Kinder es sähen, all dieses Grauen, all die ermordeten Tiere, gäbe es da nicht noch Hoffnung? Ich kann genau hören, wie der Bub nach seinem Vater ruft. ‚Papi, schau mal! Geil! Diese große Säge da.‘ – Am Abend, im Fernsehen, berichtet ‚Aktenzeichen XY ungelöst‘ von dem Verbrechen an einem jungen Mädchen, das ermordet und zerstückelt wurde, und vom namenlosen Entsetzen und Abscheu der Bevölkerung auf diese Greueltat. ‚So etwas ähnliches habe ich diese Woche 3.700 mal mitangesehen‘, werfe ich ein. Nun bin ich nicht mehr nur ein Terrorist, sondern obendrein krank im Kopf. Weil ich Entsetzen und Abscheu nicht nur wegen eines Menschenmordes empfinde, sondern auch wegen des tausendfach mit Füßen getretenen Mordes an Tieren: 3.700 mal nur in dieser einen Woche, nur in diesem einen Schlachthof. Mensch sein – heißt das nicht nein zu sagen und sich zu weigern, Auftraggeber eines Massenmordes zu sein – für ein Stück Fleisch? Sonderbare neue Welt.Vielleicht hatten die winzigen, dem Mutterleib entrissenen Kälbchen, die starben, bevor sie geboren wurden, das beste Los von uns allen.
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Re: Bioschlachthaus!?

von Horst E am Sonntag 18. August 2013, 13:41

Irgendwann ist der letzte all dieser nicht enden wollenden Tage gekommen. Irgendwann halte ich die Praktikumsbestätigung in Händen, einen Papierwisch, teurer bezahlt, als ich je für irgend etwas bezahlt habe. Die Tür schließt sich, eine zaghafte Novembersonne geleitet mich über den kahlen Hof zum Bus. Schreie und Maschinenlärm werden leiser. Als ich die Straße überquere, biegt ein großer Viehtransporter mit Anhänger in die Zufahrt zum Schlachthof ein. Schweine auf zwei Etagen, dichtgedrängt.

Ich gehe ohne einen Blick zurück, denn ich habe Zeugnis abgelegt, und jetzt will ich versuchen zu vergessen, um weiterleben zu können. Kämpfen mögen nun andere; mir haben sie in jenem Haus die Kraft dazu genommen, den Willen, die Lebensfreude, und sie gegen Schuld und lähmende Traurigkeit getauscht. Die Hölle ist unter uns, vieltausendfach, Tag für Tag. Eines aber bleibt immer, jedem von uns: Nein zu sagen. Nein, nein und abermals nein!“ (Ende des Berichts der Tierärztin Christiane Haupt)

Der renommierte Autor und Psychologe Dr. Helmut Kaplan nimmt in seinem Aufsatz „Verrat an den Tieren“ (gesamter Text unter www.tierrechte-kaplan.org/kompendium/a214.htm) Bezug auf den Schlachthofbericht von Christiane Haupt. Hier ein Auszug daraus:

„‚Daß Christiane M. Haupt keineswegs einen besonders schlechten Schlachthof zu einer besonders ungünstigen Zeit erwischt hatte, bewies im Jahre 2001 auf schauerliche Weise ein 12-minütiges Videoband über den ganz normalen Schlachthofalltag. Es entstand nicht mittels ‚versteckter Kamera‘, sondern bei einem offiziell genehmigten Drehtermin in einem EU-zertifizierten Schlachthof in der oberösterreichisch-bayrischen Grenzregion.‘

Eine Schlüsselszene: ‚Ein mächtiger Stier, mittels Eisenkette am Hinterbein hochgezogen, hängt kopfüber am Fließband – durch den Bolzenschuß scheinbar betäubt. Der Schlächter schneidet ihm mit einem großen Messer den Hals auf, ein Blutschwall bricht hervor. (...) Plötzlich geschieht etwas, was den Betrachter erschaudern läßt: Während der Schlächter, geschäftig vor sich hin pfeifend, die Brust aufschlitzt, öffnen und schließen sich langsam die Augen des Tieres. Und dann beginnt der Stier zu brüllen – auf dem Video deutlich hörbar: ein schauderhaftes, heiser-gurgelndes Muhen übertönt den Lärm des Schlachtvorgangs. Schließlich bäumt sich das blutüberströmte Tier am Haken sogar noch einige Male auf. Der Schlächter, der gerade die Vorderhufe abschneidet, muß in Deckung gehen. Der Todeskampf dauert lange Minuten.‘
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Re: Bioschlachthaus!?

von Horst E am Sonntag 18. August 2013, 13:42

Diese schauerliche Szene gehört, wie gesagt, zum Schlachthofalltag (wobei es sich beim betreffenden Schlachthof angeblich sogar um einen ‚Vorzeigebetrieb‘ handelt, weshalb angenommen werden muß, daß es anderswo noch brutaler zugeht): Von 30 Tieren, die hier innerhalb einer Stunde mittels Bolzenschuß betäubt wurden, erwachten 6 wieder.

Eine Überarbeitung des Videos (das von mehreren deutschen TV-Magazinen gezeigt wurde), bei der bisher nicht gezeigte Sequenzen hinzugefügt wurden, förderte weitere schaurige Details zutage: ‚In der neuen Fassung ist zu sehen, dass der Stier nicht nur brüllt, während er sich im Todeskampf minutenlang windet. Als der Schlächter sich und den Schlachtraum mit einem Wasserschlauch vom vielen Blut reinigt, versucht sich das geschundene Tier mit letzter Kraft und herausgestreckter Zunge zum Wasserstrahl hinüberzubeugen. Die Aufnahmen dokumentieren eindeutig: Diese Tiere sind bei vollem Bewußtsein. Sie nehmen ihre Umwelt noch wahr, während sie am Förderband aufgeschnitten und zu Fleisch verarbeitet werden.‘

Das Video ist zu sehen unter:
www.ProVegan.info/video-schlachthof

Aktueller Anlaß – neben dem Dauerskandal mangelnde Kontrolle und Betäuben im Akkord(!)– für die unzureichende Bolzenschußbetäubung sind BSE-bedingte Veränderungen in den Schlachtmethoden: Seit Jahresbeginn 2001 ist in der EU der Einsatz des sogenannten ‚Rückenmarkzerstörers‘ verboten, weil damit potentiell infiziertes Nervengewebe über den ganzen Tierkörper verteilt werden könnte. Dieser Stab wurde durch das Einschußloch ins Rückenmark eingeführt, wodurch der Hirntod irreversibel wurde und das Tier garantiert keinen Schmerz mehr spürte. Mit dem Verzicht auf den Rückenmarkzerstörer seien, so Ingrid Schütt-Abraham vom deutschen Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin, ‚unzureichende Ergebnisse programmiert‘ gewesen. Andererseits habe dieser Verzicht, wie Veterinär Karl Wenzel vom Münchner Verbraucherministerium feststellt, ans Licht gebracht, daß Fehlbetäubungen vorkommen bzw. bei manchen Tieren die bisherige Bolzenschußbetäubung schlicht nicht ausreicht. Dazu Klaus Troeger von der deutschen Bundesanstalt für Fleischforschung in Kulmbach: Vor dem EU-Erlaß vom Jänner 2001, also vor dem Verbot des Rückenmarkzerstörers, wurden ‚Probleme durch nicht korrekt platzierte Bolzenschüsse verdeckt‘.“
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Re: Bioschlachthaus!?

von Horst E am Sonntag 18. August 2013, 13:43

Weiter Dr. Kaplan:

„‚Was Verratenwerden bedeutet, haben einige von uns schon an eigener Seele schmerzlich erfahren müssen. Mitunter dauert es Jahre, bis man sich vom lähmenden Entsetzen über unfaßbare Untreue wieder erholt. Nicht selten hält der Schock ein Leben lang an. Doch welch Kleinigkeiten sind dies im Vergleich zum Verrat an Tieren! Auch zu ihnen, die jetzt im Schlachthof sind, waren Menschen vielleicht einmal gut. Biobauern etwa werden ja nicht müde zu beteuern, welch gutes Verhältnis sie zu ihren Tieren haben. Die Bilder von Bauern, die ihre Tiere ‚liebevoll‘ streicheln, kennen wir auch alle. Und dann finden sich diese Tiere auf einmal in der Hölle wieder, umgeben von Menschen, die ihnen die ungeheuerlichsten und grauenhaftesten Dinge antun. Die Tierarztpraktikantin Christane M. Haupt, hat den Verrat an Tieren stellvertretend für die Fleischesser durchlebt – und ist daran zerbrochen: ‚Ich habe Zeugnis abgelegt, und jetzt will ich versuchen zu vergessen, um weiterleben zu können. Kämpfen mögen nun andere; mir haben sie in jenem Haus die Kraft dazu genommen ... und sie gegen Schuld und lähmende Traurigkeit ausgetauscht.‘

Daß die bisher beschriebenen Greuel lediglich die Spitze des Eisbergs der weltweit täglich in Schlachthäusern ‚zivilisierter‘ Länder verübten Verbrechen darstellen, zeigt Gail A. Eisnitz´ Buch ‚Slaughterhouse‘, für das die Autorin Schlachthausarbeiter mit einer Erfahrung von insgesamt zwei Millionen Stunden an der Betäubungsbox befragt hat. Die folgenden Auszüge aus Interviews mit Schlachthausarbeitern wurden auf einer Buchpräsentation der Autorin am 18. September 1999 der Öffentlichkeit vorgestellt:

‚Ich habe lebendiges Rindfleisch gesehen. Ich habe sie muhen gehört, wenn die Leute das Messer anlegen und versuchen, die Haut abzunehmen. Ich denke, dass es grausam für das Tier ist, so langsam zu sterben, während jeder seine verschiedenen Jobs an ihm macht.‘ ‚Die Mehrzahl von Kühen, die sie aufhängen ..., ist noch am Leben. Sie öffnen sie. Sie häuten sie. Sie sind immer noch am Leben. Ihre Füße sind abgeschnitten. Sie haben ihre Augen weit aufgerissen und sie weinen. Sie schreien, und du kannst sehen, wie ihnen die Augen fast rausspringen.‘

‚Ein Arbeiter hat mir erzählt, wie eine Kuh, die mit ihrem Bein in dem Boden eines Lasters steckengeblieben ist, zusammengebrochen ist. ‚Wie hast du sie lebendig rausgekriegt?‘ habe ich den Typ gefragt: ‚Oh‘, sagte er, ‚wir sind einfach unter den Laster gegangen und haben ihr Bein abgeschnitten.‘ Wenn jemand dir das sagt, weißt du, es gibt viele Dinge, die dir niemand sagt
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Re: Bioschlachthaus!?

von Horst E am Sonntag 18. August 2013, 13:44

‚Ein anderes Mal war ein lebendes Schwein, das hatte nichts Verkehrtes gemacht, rannte noch nicht mal rum. Ich nahm ein 1 Meter langes Stück Rohr und ich schlug das Schwein praktisch zu Tode.‘

‚Wenn du ein Schwein hast, das sich weigert, sich zu bewegen, nimmst du einen Fleischhaken und hakst ihn in seinen Anus. (...) Dann ziehst du ihn zurück. Du ziehst diese Schweine während sie leben und oft reißt der Haken aus dem Arschloch.‘

‚Einmal nahm ich mein Messer – es ist scharf genug – und ich schnitt das Ende von einem Schwein seiner Nase ab, so wie ein Stück Frühstücksfleisch. Das Schwein ist für ein paar Sekunden verrückt geworden. Dann saß es einfach da und sah einfach dumm aus. Also nahm ich eine Handvoll Salzlake und rieb es ihm in die Nase. Jetzt ist das Schwein wirklich ausgeflippt und schob seine Nase überall in der Gegend rum. Ich hatte immer noch etwas Salz übrig auf meiner Hand und steckte das Salz direkt rein in den Arsch des Schweins. Das arme Schwein wußte jetzt nicht mehr, ob es scheißen oder blind werden sollte.‘

‚Nach einer Zeit wirst du abgestumpft. (...) Wenn du ein lebendiges Schwein hast ..., tötest du es nicht einfach. Du willst, dass es Schmerzen hat. Du gehst hart ran, zerstörst ihm die Luftröhre, machst, dass es in seinem eigenen Blut ertrinkt. (...) Ein lebendes Schwein guckte an mir hoch und ich nahm einfach mein Messer und (....) nahm ihm das Auge raus, während es einfach da saß. Und dieses Schwein schrie einfach nur.‘“

(Ende Zitat Dr. Kaplan, gesamten Text und Literaturhinweise finden Sie unter im Internet: www.tierrechte-kaplan.org/kompendium/a214.htm)

Die unzähligen Dokumente dieser Tierquälereien in Filmen werden von den Tätern und ihren Helfern in der Politik verharmlost, es seien nur Ausnahmen und das Tierschutzgesetz schütze die Tiere. Aber das Gegenteil ist der Fall. In Wahrheit sind die weltweiten „Tierschutz“-Gesetze lediglich „Tiernutzungs“- und „Ausbeutungs“-Gesetze, unter denen die Tiere extrem leiden müssen und die lediglich dazu dienen, die brutale Tierausbeutung zu legalisieren
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Re: Bioschlachthaus!?

von Horst E am Sonntag 18. August 2013, 13:47

Die „Milchkühe“ sind in kurzer Zeit durch die ständige Milchproduktion verbraucht und werden geschlachtet, wenn aus den ausgelaugten Tieren nicht mehr genug Milch herauszuholen ist. Statt einer normalen Lebensspanne von etwa 25 – 30 Jahren werden die ausgelaugten „Milchkühe“ schon nach 4 – 5 Jahren „entsorgt“. Jährlich werden die Kühe geschwängert, damit der Milchfluss nicht versiegt. Denn nur nach der Geburt eines Kälbchens gibt eine Kuh Milch. Nach der Geburt werden Mutter und Kind getrennt, was einen traumatischen Trennungsschmerz bei beiden auslöst. Dieser Trennungsschmerz ist aufgrund der angeborenen Instinkte so dramatisch, dass sowohl die Kuh als auch ihr Kälbchen noch tagelang wimmern. Aber auch für die Kälbchen ist der Leidensweg noch nicht zu Ende. Die weiblichen Kälbchen kommen in die Milchproduktion, wo sie ihre ausgelaugten Mütter ersetzen. Auch diese Kälbchen sind dann im Teufelskreis von erzwungener Schwangerschaft, körperlicher Auszehrung durch intensiven Milchentzug, Geburt und traumatischem Trennungsschmerz für die Zeit ihres nur kurzen Lebens gefangen. Die männlichen Tiere werden in kleinen, dunklen Ställen für die Fleischproduktion gemästet, oftmals in Boxen, die kaum grösser als ihr Körper sind. Da aber weltweit viel zu viele Kälber produziert werden, vernichtet man diese einfach in sogenannten „Herodesschlachthöfen“. Diese Grausamkeiten geschehen nur deshalb, weil die Verbraucher nach Milch und Milchprodukte verlangen. Milch und Milchprodukte, deren verheerende Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit inzwischen durch unzählige wissenschaftliche Studien aufgezeigt werden konnten.

Einen guten Überblick verschafft der Kurzfilm Milch und Milchkühe.

Die Tierquälerei für die Produktion von Eiern in den weltweiten Legehennenhaltungen ist bekannt und sogar vom deutschen Verfassungsgericht als Tierquälerei bezeichnet worden (sogenanntes „Legehennenurteil“). Trotzdem geht die Quälerei weiter. Aber auch die Massenhaltung von Legehennen am Boden in der Biolandwirtschaft ist nicht artgerecht und klare Tierquälerei.

Kurzfilm über Eier.

Da nur weibliche Hühner Eier legen, aber aus den bebrüteten Eiern genauso viele männliche wie weibliche Küken entstehen, werden die männlichen Küken als „nutzloser Abfall“ vergast oder in einem Schredder lebendig zermust. Zur „Hühnchenfleischproduktion“ taugen diese männlichen Küken nicht. Denn zur Fleischproduktion gibt es spezielle Hühnerrassen. Die tägliche Vernichtung von Tierkindern ist völlig normal (auch in der Biolandwirtschaft) und die alltägliche Realität unter den „Tierschutz“-Gesetzen dieser Welt, weil Verbraucher die Cholesterinbombe Ei verzehren möchten.

Zahllose Filmaufnahmen (offene und verdeckte Aufnahmen) aus Schlachthöfen in aller Welt beweisen, dass die Tiere nicht nur den unvermeidlichen Schrecken und Qualen einer Intensiv-Tierhaltung und Massentötung ausgeliefert sind, sondern sogar in einer erschreckenden Häufigkeit von Schlachthofangestellten bewusst aus sadistischen oder anderen niedrigen Beweggründen gequält werden. Für mich als Arzt mit Kenntnissen in Psychologie und Psychiatrie sind solche extremen Tierquälereien in Schlachthöfen nicht wirklich erstaunlich. Nach Auswertung zahlloser Filmdokumente scheint mir der Schlachthof ein idealer Ort zu sein, wo sadistische Perversionen (so gut wie immer straffrei) ausgelebt werden können. Auch dies sollte jedem Konsument von tierlichen Produkten klar sein. Übrigens werden auch Milchkühe und Legehennen in den gleichen Schlachthöfen getötet, wenn sie ausgelaugt sind und aus ihnen kein Profit mehr zu schlagen ist. Deshalb besteht letztlich kein ethischer Unterschied zwischen dem Konsum von Fleisch, Milch und Eiern.

Der sogenannte "Tierschutz" versagt beim Schutz der Nutztiere völlig, denn er ist in Wirklichkeit bestenfalls ein "Kuscheltierschutz" von Hund und Katze. Der Journalist Ingolf Bossenz brachte es in einem Artikel auf den Punkt: "Tierschutz im bürgerlichen Staat ist schließlich klar definiert. Wer mit der einen Hand seinen Hund krault und sich mit der anderen ein Schnitzel reinschiebt, entspricht dem schizophrenen Idealbild."

Jeder Verbraucher entscheidet jeden Tag an der Ladentheke, ob er durch den Kauf von Fleisch, Fisch, Milch, Milchprodukten, Käse und Eiern den Auftrag für die extrem brutale Ausbeutung, das gnadenlose Quälen und Töten von Tieren erteilt.

Zum weiteren Studium sehr zu empfehlen:

„Food Revolution, Ernährung – Der Weg zu einem gesunden Leben in einer gesunden Welt“, von John Robbins (in deutscher Sprache), Hans-Nietsch-Verlag, ISBN 3-034647-50-2
Ein fantastisches Buch – sehr zu empfehlen!
„Earthlings“ ist eine beeindruckende Dokumentation über die Situation der Tiere mit dem Schauspieler Joaquin Phoenix als Kommentator:
Englische Version: www.ProVegan.info/video-earthlings-en
Deutsche Version: www.ProVegan.info/video-earthlings-de
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Re: Bioschlachthaus!?

von Horst E am Sonntag 18. August 2013, 13:58

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Re: Bioschlachthaus!?

von Horst E am Sonntag 18. August 2013, 14:01

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Re: Bioschlachthaus!?

von Horst E am Sonntag 18. August 2013, 14:05

Infothek
Undercover-Journalist Ronen Bar in einem Schlachthof

Immer wenn ich diese alltäglichen Aufnahmen sehe, muss ich an die herzlosen Kommentare von einigen Veganern, Vegetariern und Alles(fr)essern denken:

„Man braucht Zeit zur Umstellung“, „Schritt für Schritt langsam umstellen“, „Nicht missionarisch sein“, „nicht verurteilen“, „ich esse nur noch ganz wenig Fleisch aus Biohaltung und von human geschlachteten Tieren“, „beim Schächten spürt das Tier gar nichts“, „den Milchkühen geht es gut“ usw.

Wenn die Kommentatoren selbst in der Lage dieser Tiere wären, dann würden sie sicher anders denken und reden.

http://www.animalsaustralia.org/israel
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Re: Bioschlachthaus!?

von Horst E am Sonntag 18. August 2013, 14:06

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Re: Bioschlachthaus!?

von Horst E am Sonntag 18. August 2013, 14:15

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Re: Bioschlachthaus!?

von Horst E am Montag 19. August 2013, 17:09

Pferde; Zuchtverbände fordern Vermehrung für die Schlachtung: http://www.animal-spirit.at/aktuelles/a ... r_noriker/
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Re: Bioschlachthaus!?

von Horst E am Montag 19. August 2013, 17:12

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Re: Bioschlachthaus!?

von Horst E am Montag 19. August 2013, 17:20

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Re: Bioschlachthaus!?

von Horst E am Montag 19. August 2013, 17:22

Im Schlachthof ist Schluss mit Bio: http://www.youtube.com/watch?v=EMvxN7TpO3M
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Re: Bioschlachthaus!?

von Horst E am Donnerstag 29. August 2013, 13:38

An einer Stelle widerspreche ich entschieden dem sehr guten Text. Fleischessen ist KEINE Privatsache.
Weckruf aus dem Hypnoseschlaf !

Mit offenen Augen verzichten wir also leichten Herzens auf Kreditkäufe. Was wir uns jetzt nicht leisten können, darauf warten wir eben ein wenig, anstatt das sofort so schrecklich teuer zu bezahlen. Sollte es uns darüber hinaus gelingen, zur Einsicht zu gelangen, dass wir, was wir uns nicht leisten können, auch nicht brauchen oder wollen, haben wir einen Schlüssel zum Glück gefunden! Und weil wir die Augen gerade so schön offen haben, werfen wir gleich einen Blick auf die Fleischtheke. Was sehen wir da? Leckere Kalbschnitzel, appetitliches Schweinehackfleisch und saftige Lammkotletts? Oder die Leichen teile unserer Mitgeschöpfe, welche wir in unfassbaren Maßen lebenslang quälen und nach Belieben hinrichten? Jetzt wird es ein bisschen kritisch. Sehen Sie, es geht ja gar nicht so sehr darum, ob Sie nun Fleisch essen oder Vegetarier sind. Es geht zunächst einmal darum, dass Sie wissen, was Sie tun. Wer von uns war schon selbst in einem Schlachthof? Oder in einer dieser Eierfabriken, wo Hühner ihr ganzes Leben auf kleinstem Raum aufeinandergestapelt verbringen müssen. Ihr GANZES LEBEN! Wer hat schon mit eigenen Augen das herzzerreißende Leid in den Augen der Kälber erblickt, die nach tagelangem Transport ohne Futter, Wasser oder Raum zum Hinlegen, ihr Elend herausschreien? Zu blutig, zu grausam, warum sollen wir uns das antun? Na, weil diese Dinge auf unseren Wunsch geschehen. Wie sonst kämen wir zu unserem preiswerten Sonntagsbraten? Deutlich: In unserem Namen und Auftrag werden Tieren solch grausige Gräuel angetan, dass uns allein deren Anblick nächtelang Alpträume bescheren würde . Falls es uns jedoch gelingt, die hypnotische Verleugnung zu durchbrechen und endlich die Verbindung zwischen uns, dem lieben Kälbchen und dem leckeren Schnitzel wahrzunehmen, werden wir frei. Jetzt und erst jetzt können wir uns wahrhaft frei entscheiden, ob wir Fleisch essen wollen oder nicht. Sollten Sie sich unter diesen Voraussetzungen dafür aussprechen, dann ist das absolut in Ordnung. Denn dann nehmen Sie schließlich auch bewusst in Kauf, was Ihnen als Vegetarier entgeht: das ungeahnt gute Gefühl ohne Gewissensbisse im Hinterkopf zu essen, das Plus an Gesundheit . Sollen Sie zukünftig also gänzlich auf Fleisch verzichten?

Das liegt absolut bei Ihnen, hier gibt es kein richtig oder falsch. Sie sollen nur wissen, was Sie tun und Ihre Entscheidungen auf Basis von Bewusstheit aller Tatsachen treffen, anstatt auf Basis des einlullenden Geschwätzes der Profiteure. Sie sollen sich vor dem nächsten Besuch bei McDonalds vor Augen halten, was der weltgrößte Rindfleischkäufer (alle vier Stunden wird irgendwo auf dem Globus eine neue Filiale eröffnet!) zwangsläufig anrichtet: Riesige Regenwaldflächen werden für die Viehfuttergewinnung gerodet, die Äcker der Bevölkerung in armen Ländern zweckentfremdet . Rund die Hälfte der weltweiten Getreideernte wird als Viehfutter verwendet, während die halbe Menschheit hungert – die Kühe der Reichen fressen das Brot der Armen . Dass das Spielzeug aus den Happy Meal Tüten gelegentlich von chinesischen Kindern hergestellt wurde, die bei 1,49 Euro Tageslohn (!) bis zu zwölf Stunden täglich schuften mussten, sei in diesem Zusammenhang nur am Rande erwähnt. “McDonalds, ich liebe es” von wegen! Solche Fresstempel sind also in der Tat eher zu meiden; nicht zuletzt der eigenen Gesundheit zuliebe. Dass das auch für Tabakwaren gilt, braucht heutzutage kaum noch erwähnt zu werden. Vielleicht jedoch, dass, was McDonalds & Co. an weltweiten Anbaugebieten übrig lassen, sich zum größten Teil die Tabakindustrie unter den Nagel reißt. Auch hier wird es aber wieder Zeit, uns an die eigene Nase zu fassen. Wollen wir es tatsächlich weiterhin verantworten, Kinder, Frauen und Männer in aller Welt verhungern zu sehen, damit wir unsere eigene Gesundheit in Rauch aufgehen lassen können?
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Re: Bioschlachthaus!?

von Horst E am Freitag 30. August 2013, 20:03

Organisierte Tierquälerei im Kuhstall in der Schweiz: http://tierschutznews.ch/kategorien/tie ... hweiz.html
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Re: Bioschlachthaus!?

von Horst E am Freitag 30. August 2013, 22:39

Home › Ernährung › Abgestumpft und ausgebeutet
← Deutsche essen weniger Fische und andere Meerestiere
Abgestumpft und ausgebeutet
30/08/2013 | Veröffentlicht unter: Ernährung Tags: Gewalt, Schlachthof, Studie, vegan

Schlachthof-Scheu-und-Weber-BW-6-c-PETA-DEine weitere Studie zeigt auf, was man sowieso vermutet mag: Schlachthofmitarbeiter neigen eher zu Gewalt und gar Verbrechen. Dr. Nik Taylor von der Flinders University bestätigt bestehende Studien, die einen Zusammenhang zwischen der Arbeit in einem Schlachthof und der Neigung zu Gewalt und Aggression aufzeigen.

2010 zeigte eine Studie der kanadischen Kriminologin Amy Fitzgerald schon, dass Verbrechen einschließlich sexuellen Übergriffen und Vergewaltigungen zunehmen, wenn ein Schlachthof in der Nachbarschaft ist. Die Erklärung der Professorin: es sei nicht die stumpfe, sich wiederholende oder gar gefährliche Arbeit, sondern der Tötungsakt. Angestellte arbeiten schließlich nicht mit leblosen Objekten, sondern mit lebenden Tieren, die dort ankommen, umgebracht um dann zerteilt weiterverarbeitet werden.

2009-Schlachthof-BaWue-Schweine-Screenshot-003-c-PETA-DOb man für diese Aussage einen Prof-Titel braucht sei dahingestellt, jedenfalls sind Tiere in Schlachthöfen bei weitem nicht die einzigen Opfer, sondern auch die Menschen, die dort arbeiten. Wie aktuell eine Prüfung von Schlachtbetrieben herausfand, werden auch die Arbeiter ausgebeutet – statt erlaubten 8 Stunden, stehen sie 13,5 Stunden am Tag am Fließband.

Dass das etwas mit einem macht, ist nicht überraschend, dass ein Schlachter zum Veganer wird nicht ausgeschlossen. Aber warum werden es so wenige und warum töten sie tagtäglich Tiere?
Es ist leicht mit dem Finger auf sie zu zeigen, doch die Gesellschaft ist der Auftraggeber für den millionenfachen Mord am Fließband und verantwortlich dafür. Wäre die Nachfrage nach Fleisch und anderen tierischen Produkten nicht da, wären die Wände von Schlachthöfen aus Glas, dann gäbe es auch diese Grausamkeit nicht mehr. Und wer ist DIE Gesellschaft? Wir, jeder einzelne von uns, deshalb liegt es an jedem: lebe vegan!
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Re: Bioschlachthaus!?

von Horst E am Samstag 31. August 2013, 13:48

Der Mythos vom "humanen" Schlachten; nichts für Kinder&Jugendliche: http://www.youtube.com/watch?v=-TFdHAnpTYI
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Re: Bioschlachthaus!?

von Horst E am Samstag 31. August 2013, 22:44

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Re: Bioschlachthaus!?

von Horst E am Samstag 31. August 2013, 22:47

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Re: Bioschlachthaus!?

von Horst E am Donnerstag 5. September 2013, 19:08

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Re: Bioschlachthaus!?

von Horst E am Donnerstag 5. September 2013, 19:12

Deutschland stärkster Mann ist ein Veganer: http://www.youtube.com/watch?v=ZT06I7BGcLw
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Re: Bioschlachthaus!?

von Horst E am Donnerstag 5. September 2013, 19:26

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Re: Bioschlachthaus!?

von Horst E am Freitag 6. September 2013, 13:36

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Re: Bioschlachthaus!?

von Horst E am Montag 14. Oktober 2013, 14:27

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Re: Bioschlachthaus!?

von Horst E am Mittwoch 16. Oktober 2013, 14:13

Sehr guter Text
Nein zur Milchpropaganda
Gefangengehaltene KälberGefangengehaltene RinderSeit über einem halben Jahrhundert verbreiten die Milchwirtschaft und Landwirtschaftsorganisationen besonders mit dem von ihnen ins Leben gerufenen (Internationalen) Tag der Milch, kurz "Weltmilchtag", an jedem 1. Juni Tierausbeutungspropaganda. Doch anlässlich eben dieses Tags setzt seit über einem Jahrzehnt die Tierrechtsinitiative Maqi den Lügen, die den Konsum von Säuglingsnahrung anderer Spezies, v.a. Kuhmilch, bewerben, und von vielen Medien unkritisch und fern von journalistischer Sorgfalt nachgebetet werden, Fakten entgegen.

Kampagnen und Websites wie Wir haben abgestillt - wir sind vegan (http://govegan.de/abgestillt), Vegetarier sind Mörder, silch.de, tierrechtsbilder.de usw. bieten mehr als genug unwiderlegbare Information, um die Realität nicht länger zu leugnen.

hypertrophe EuterFür einen Liter Kuhmilch - der durchschnittsdeutsche Konsument verbraucht jährlich etwa eine viertel Tonne (fast zwei Badewannen voll) - wird eine Kuh eine Stunde lang misshandelt, für ein Kilo Käse oder ein Pfund Butter einen halben Tag. Wer Tiermilch konsumiert, erteilt damit den Auftrag dazu und ist dafür verantwortlich, dass Rinder und andere Tiere gefangengehalten, gequält und umgebracht werden. Für die Produktion von Kuhmilch werden Kühe und Kälber, die durch Qualzüchtung und Gefangenschaft zwangsläufig leiden, ermordet (unabhängig von der Art der Gefangenhaltung). Die Kühe werden, wenn die "Milchleistung" von vielen tausend Kilogramm pro Jahr nachlässt - nur einen Bruchteil davon würde eine nicht qualgezüchtete Kuh zum Stillen produzieren -, nach etwa vier Jahren getötet, die meisten Kälber bereits nach wenigen Monaten. Diese werden jedes Jahr geboren - denn ohne Schwangerschaft keine Milchbildung - und nur ein Teil von ihnen wird "benötigt", um ihre ermordeten Mütter zu ersetzen.

All dies wird nicht nur durch die Bauernhofberichterstattung der Medien zu vertuschen versucht. "Da mittlerweile auch Spendensammler und Geschäftsleute bemerkt haben, dass mit Alternativen Geld zu machen ist, wird Aufklärung verwässert und Veganismus verkommt in Berichten über die erste vegane Buxtehuder Dönerbude und den veganen Europameister im Eierlaufen zu einer Diät (womöglich noch fälschlich zu einer 'gefährlichen' oder 'rein pflanzlichen')", so Achim Stößer von Maqi. "Besonders betont werden dabei, um an das Geld der egoistischen Konsumenten zu kommen, die Aspekte, die zu deren Vorteil sind, vom angeblichen Sixpack bis zum Umweltschutz. Gefangengehaltene KälberDoch die gesundheitlichen Vorteile sind ethisch irrelevant und lediglich ein Kollateralnutzen (für den nicht einmal Veganismus erforderliche wäre, da weder das Tragen von Tierhautschuhen noch ein einmal im Jahr zu Weihnachten genossener Menschenbabyherzhackbraten ein signifikantes Gesundheitsrisiko für den Konsumenten birgt - lediglich für die Ermordeten)."

Doch beim Veganismus geht es - auch wenn "Veggie Days", vegane "Straßenfeste" oder "Brunches" diesen Eindruck erwecken - nicht um quietschbunte Mandelmilchmuffins oder (wenn auch pferdeleichenfreie) Lasagne. Es geht um Ethik. Es geht um Tierrechte. Es geht um Antispeziesismus.

Maqi - für Tierrechte, gegen Speziesismus setzt sich für eine Verwirklichung der Tierrechte (so etwa das Recht auf physische und psychische Unversehrtheit), die Abschaffung der Diskriminierung aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Spezies (analog zu Antirassismus und Antisexismus) und die Etablierung einer veganen Gesellschaft ein.

Nähere Informationen und Bildmaterial bei Maqi - für Tierrechte, gegen Speziesismus, c/o Achim Stößer, Berliner Str. 34, D-63619 Bad Orb, Tel. 06056 309788, mail@maqi.de, http://maqi.de.
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